Yoga-Stile Erklärt

„WAS BITTE IST JIVAMUKTI...?“

„...und ich dachte, Du machst Yoga!?“
Yoga ist so bunt! Yoga hat so viele Gesichter und Facetten, so viele Möglichkeiten sich selbst zu entwickeln – je nachdem, wo Du Dich jetzt gerade im Leben befindest und was Dir jetzt gerade wichtig ist. Es gehört sicherlich eine kleine Portion Glück dazu, gleich mit dem ersten Versuch eine Yoga-Art zu finden, die Dich maßvoll fordert, inspiriert und Dir einfach dieses wunderbare „Yoga-Gefühl“ von Kraft und Leichtigkeit, von Konzentration und Entspannung gibt. Denn es gibt mittlerweile so viele tolle und interessante Lehrer und Yoga-Stile, dass die Wahl eines Studios manchmal schwer fällt. Sich informieren und ausprobieren – da ist dann die wunderbare Lehrerin, die Dir in Kombination mit einer sanften Hatha-Praxis die Yoga-Philosophie näher bringt, dann findest Du Dich vielleicht irgendwann bei einer sehr körperbetonten Praxis , wie dem Ashtanga Yoga, wieder oder schwitzt beim Bikram Yoga... Oder vielleicht bleibst Du ab der ersten Stunde bei diesem einen Lehrer? Alles ist prima – zu seiner Zeit und ganz wie Du es gerade für Dich möchtest.

we.love.yoga-TIPP

we.love.yoga Tipp:
Probiere einfach unterschiedliche Studios und auch ruhig Stile aus – Du wirst schnell merken, ob Du Dich wohlfühlst oder doch nochmal etwas anderes ausprobieren möchtest. Das we.love.yoga Stile- ABC kann Dir helfen, die für Dich richtige Praxis zu finden – und dann auch gleich den passenden Lehrer oder das perfekte Studio! Mach Dich auf den Weg... Aber bitte immer mit der nötigen Portion Humor und Freude! Viel Spaß beim Üben... Noch ein Wort: Dieses ABC erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – Yoga entwickelt sich laufend... Melde Dich einfach, wenn Du eine Richtung vermisst, eine Frage hast oder Dich im Stile-Dschungel nicht zurecht findest: hallo@we-love-yoga.de UND: Solltest DU einen Begriff nicht verstehen – schlag in unserem kleinen Yoga-Lexikon nach...

A

Acro Yoga - Manege Frei!!

Geeignet für: Spirituelle Akrobatiker
Charakter: Kraftvoll-dynamisch
AcroYoga ist noch eine sehr junge und ästhetische Yogarichtung – Sie wurde 2003 von Jason Nemer und Jenny Sauer-Klein begründet. Und wen wundert es wo – im schönen Kalifornien natürlich. Die dynamische Kraft der Akrobatik spielt schon per Namensge- bung eine Rolle, aber auch eine sanfte Spiritualität kommt nicht zu kurz. Drei wohlklin- gende Hauptelemente sind im Acro Yoga von zentraler Bedeutung: Mit „Solar Acrobatic Practice“ werden Vertrauen, Ermächtigung und Freude geübt, mit „Lunar Healing Arts“ Zuhören, Lieben und Loslassen (inklusive Thai-Massage!) und mit „Yogic Practices“ Achtsamkeit gegenüber dem Atem, Balance im Leben und Verbundenheit.

AERIAL ODER ANTI GRAVITY YOGA – LUFTIKUS

Geeignet für: Mutige Luftikusse
Charakter: Sportlich-schwerelos
In einem elastischen Tuch von der Decke hängend wird so manche Asana zum wun- derbaren Balance-Akt. Ja, das klingt spannend. Ist es auch! Denn: der Geist kommt im Tuch zur Ruhe und gleichzeitig werden der Lymphfluss angeregt, die Faszien bearbeitet und alle Organe gut durchblutet. Der Atem vertieft sich. Alles Körpergewicht wird an das Tuch abgegeben – loslassen und vertrauen werden geübt. Das trainiert Körper und Geist. Auch diese Yoga-Art ist jung: 2008 wurde sie von Christpher Harrison gegründet – im coolen New York.

ANUSARA – SCHWITZEN, MY FRIEND...

Geeignet für: Sportliche
Charakter: Sportlich-präzise
Der Amerikaner John Friend (1959 geboren), selbst jahrelanger Schüler des berühmten B.K.S. Iyengar, entwickelte diese Praxis 1977 mit dem Ziel eine von Herzlichkeit getra- gene Entwicklung zu fördern. Anusara bedeutet wörtlich so viel wie „sich im Fluss des Lebens bewegen“, „dem Herzen folgen“. Aber das geht leider nicht ohne schwitzen... Eine Anusara-Klasse ist durchaus fordernd, enthält viele Asanas, die ineinander fließen und vom Atem getragen werden. Dabei wird auf eine sehr präzise Ausführung und Alig- nment großen Wert gelegt. Zu Beginn der Klasse gibt der Lehrer ein Thema vor und es wird ein Mantra gesungen.

Ashtanga - Volle Power!

Geeignet für: Sportwillige
Charakter: Kraftvoll-ausdauernd
Madonna und Sting sind nur zwei der berühmten Ashtangis. Halb Hollywood war schon im indischen Mysore, um bei Gründer Patthabi Jois (1915 – 2009) oder auch Guruji genannt, im „Ashtanga Yoga Research Institute“ zu praktizieren. Noch immer pilgern westliche Anhänger regelmäßig in die berühmte Schule nach Mysore und nehmen tapfer in Kauf, dass Sie dicht gedrängt, Matte an Matte, auf den Fluren und wo eben sonst noch ein Plätzchen ist, üben werden. Wer es nicht ganz so extrem mag, der sucht sich eine der kleineren Schulen in Mysore – die gibt es nämlich auch.
Die Theorie: Erst wird der Körper gezähmt, dann der Geist. Man ahnt es schon – der typische Ashtangi sieht tatsächlich aus wie Madonna in Ihren besten Zeiten – ist flexi- bel, drahtig, sehnig, durchtrainiert. So das Klischee zum Thema Äußerlichkeiten. Aber: Ashtanga ist wirklich nicht nur für die Yoga-Athleten dieser Welt geeignet! Man folgt im Einklang mit dem Atem einer festlegen Reihenfolge von Asanas, die in Serien geordnet sind. Die erste Serie ist absolut für jeden geeignet und dient der Kräftigung, Flexibilität und Heilung, ab der zweiten wird es schon kniffeliger und akrobatischer. Durch die Praxis können wir auf allen Ebenen wachsen und uns kräftigen – vor allem auch geistig und mental.
Es sind in jedem Fall Kraft, Ausdauer und Konzentration gefragt – und eine regelmäßige Praxis. Man muss aber aufpassen, sich nicht zu überfordern – Achtsamkeit ist gefordert! Und die Anleitung durch einen erfahrenen Lehrer. Nachdem man in die ersten Übungen eingeführt wurde, kann man im so genannten „Mysore-Style“ üben – jeder übt für sich die Übungsreihe und wird individuell vom Lehrer korrigiert und betreut.

B

BIHAR ODER SATYANANDA YOGA – YOGA 360°

Geeignet für: Jedermann
Charakter: Sanft-entspannend
Wir gehen nach Indien zu Paramahamsa Satyananda Saraswati (1923-2009), der dieses Yogasystem entwickelt hat, welches aus jahrtausendalten Quellen vedischen und yogischen Wissens stammt. Alle Aspekte des Lebens – vor allem auch die jenseits der Matte im Alltag – werden integriert, um sich weiter zu entwickeln. Der Übende wird auf seinem Weg der Selbstfindung ganzheitlich unterstützt. Dabei werden in den Stunden Asanas, Atemübungen, Tiefenentspannung (nach Yoga Nidra) und Meditation kombiniert.

BIKRAM (oder HOT YOGA) – FÜR HOTTIES!

Geeignet für: Hitzebeständige
Charakter: Sportlich-schwitzig
Es wird heiß...! Yoga bei etwa 38 Grad! Puh! 26 Asanas und zwei Atemübungen werden geübt und fordern jeden Muskel, man schwitzt was das Zeug hält und fühlt sich danach leicht und unbeschwert – oder es wird einem übel. Beides ist möglich. Aber Zweiteres soll sich mit der Zeit geben. Gegründet von Bikram Choudhury (Jahrgang 1946), der mittlerweile Multimillionär unter kalifornischer Sonne ist, hat sich diese Yoga-Richtung vor allem in Großstädten etabliert. Als „Bikram“-Studio bzw. Lehrer darf sich nur nennen, wer in „Bikram´s Yoga College of India“ in Los Angeles gelernt hat. Alles andere nennt sich Hot Yoga und kann auch andere Yoga-Arten umfassen wie Hot Hatha, Hot Vinyasa Flow oder Hot Yin Yoga. Auf Spiritualität wird weitestgehend verzichtet, die Hitze schützt vor Muskel- und Sehnenzerrungen, der Körper entgiftet durch das Schwitzen. Und auch Julia Roberts findet es praktisch, dass sie Sport, Sauna und Massage in einem hat.

BUDOKON – JAPANISCHER KRIEGER

Geeignet für: Kampfkunst-Yogis
Charakter: Sportlich-kontrolliert
Bei dieser Yoga-Richtung kommt Japan ins Spiel – wenn auch vom Amerikaner (Kancho) Cameron Shayne gegründet. Also: „Bu“ steht für „Krieger“, „Do“ für den „Weg“, „Kon“ für die „Spirit“ oder Seele. Budokon Yoga erinnert in Teilen stark an Ashtanga Yoga und entsprechend werden die Asanas fließend geübt. Hinzu kommen Bewegungsabläufe aus traditionellen Kampfkunststilen. Man(n) muss Koordination, Körperkontrolle und durchaus aus Kraft vereinen und durchaus auch innere und äußere Balance kultivieren. Der wohlverdiente Abschluss einer Budokon-Stunde ist immer die Meditation. Shayne ist selbst mittlerweile ein kleiner Star in L.A.: Er hat zum Beispiel die Kampfszenen in Rush Hour 1 und 2 für Chris Tucker choreographiert und Rene Russo in Kampfkunst unterrichtet, damit sie in Lethal Weapon eine gute Figur macht. Auch Jennifer Aniston, David Arquette, Meg Ryan oder die schöne Amber Valletta begaben sich in seine Hände...

F

FORREST YOGA ODER
POWER VINYASA FLOW – HEILEN UND STÄRKEN

Geeignet für: Suchende Schreibtischtäter
Charakter: (Heraus-)fordernd
Nein, es handelt sich hier nicht um Yoga im Wald. Und auch nicht darum, Bäume zu umarmen. Ganz im Gegenteil: Kein Om, kein Sanskrit, kein Streben nach Erleuchtung. Damit kann Ana Forrest, die Gründerin, nichts anfangen. Ihr geht es darum, westlichen Schreibtischtätern mit ihren körperlichen und geistigen Einschränkungen praktische Methoden für mehr Authentizität, Wachstum und Entwicklung an die Hand zu geben. Forrest Yoga fordert den Übenden mit vier Grundpfeilern heraus zu heilen und zu wachsen, die eigene Mitte wieder zu finden und Stärke entwickeln: Erstens: Bewusste Atmung fördert das eigene Körperbewusstsein und die Leidenschaft für das eigene Leben. Zweitens: Durch das lange Halten der Positionen entwickelt sich Stärke. Drittens: Integrität und Ehrlichkeit zu sich selbst werden gelernt, indem man mit den eigenen Grenzen, mit körperlichen und emotionalen Verletzungen arbeitet. Viertens: „Spirit“ oder Geist – sich mit dem eigenen Geist verbinden, den Sinn für Freiheit schaffen und den Mut entwickeln, diese Freiheit auch zu leben. Begonnen wird mit Pranayama, also Atemübungen, danach werden Schulter- und Nackenöffner, dann Bauch- und Rückenstärkende Asanas sowie die Beckenboden aktivierende Übungen geübt, dann Sonnengrüße und stehende Haltungen. Und das bei muckeligen 28 Grad – diese Temperatur hilft, die Muskeln warm zu halten, schützt vor Verletzungen und spült Giftstoffe aus dem Körper.

H

HASYA- ODER LACH-YOGA –
ZWERCHFELLSTIMULATOR

Geeignet für: Jedermann
Charakter: Lustig!
Wirklich wahr: 1995 wurde von Madan Kataria der Lachclub in Indien gegründet, 2010 gab es schon mehr als 6000 Clubs weltweit. Und an jedem ersten Sonntag im Mai feiern die Lach-Yogis den Weltlachtag – Lachen für den Weltfrieden um 14 Uhr! Herrlich, oder? „Hasya“ heißt so viel wie grundloses Lachen – in der Praxis geht künstliches Lachen in echtes Lachen über und wird kombiniert mit Dehn-, Klatsch- und Atemübungen. Man ahnt es: Man muss sich darauf einlassen, sonst kommt man sich etwas doof vor... Hinzu kommen noch pantomimische und spielerische Elemente, um das Lachen zu erleichtern. Ergebnis: Stress wird abgebaut, das Herz- Kreislauf-System gestärkt, Schmerzen gelindert, Entzündungen gehemmt, das Immunsystem gestärkt, der Körper geflutet mit frischem Sauerstoff. Heute schon gelacht?

HATHA YOGA – DER KLASSIKER

Geeignet für: Einsteiger und jedermann
Charakter: Sanft-entspannend
Im Grunde sind alle im Westen beliebte Yogastile (Ashtanga, Iyengar, Jivamukti, Vinyasa, etc.) auf dem Hatha Yoga begründet, denn im Grunde heißt der Begriff erst einmal nicht viel mehr als Yoga- Praxis mit Körperübungen. „Ha“ steht dabei für Sonne und „Tha“ für Mond und deren Vereinigung erweckt die sagenhafte Kundalini, die verborgene Schlangenkraft. Wichtigstes Lehrbuch ist die "Hatha-Yoga- Pradipika“ oder „Hathapradipika", ein Text aus dem 15. Jahrhundert. In ihr sind die Techniken beschrieben, wie der Körper zum Erreichen der existenziellen und spirituellen Ziele des Yoga eingesetzt werden kann: Asanas, Pranayama und Meditation. Streng genommen muss der Schüler auf dem Weg zur spirituellen Erleuchtung acht Stufen meistern. Im Westen nimmt man es aber da meist nicht ganz so genau... Reines Hatha Yoga, wie es von vielen Yogalehrern unterrichtet wird, ist meist eine sehr individuelle Form des Unterrichts, die sich aus der eigenen Ausbildung und Praxis zusammensetzt. Nur selten sind die Stunden schweißtreibend. Es stehen eher die Zeit mit sich und dem eigenen Atem und Körper, Entspannung und die wohltuende, sanfte Körperarbeit im Zentrum.

HORMON YOGA – FRAUEN IN BALANCE

Geeignet für: Selbstheilerinnen
Charakter: Sanft-stimulierend
Hatha, Kundalini und tibetische Energieübungen verbinden sich zum Hormon Yoga und helfen die Hormonproduktion positiv zu beeinflussen. Die brasilianische Psychologin und Yogalehrerin Dinah Rodrigues entwickelte in den 90igern ihr Hormon Yoga, um gezielt Eierstöcke, Schilddrüse und Nebennieren zu stimulieren und so die Hormonproduktion anzuregen. Für Frauen in den Wechseljahren, mit Kinderwunsch oder aber bei Menstruationsbeschwerden könnte Rodrigues´ Methode eine alternative Therapie sein.

HOT YOGA (oder BIKRAM) – FÜR HOTTIES!

Geeignet für: Hitzebeständige
Charakter: Sportlich-schwitzig
Es wird heiß...! Yoga bei etwas 38 Grad! Puh! 26 Asanas und zwei Atemübungen werden geübt und fordern jeden Muskel, man schwitzt was das Zeug hält und fühlt sich danach leicht und unbeschwert – oder es wird einem übel. Beides ist möglich. Aber Zweiteres soll sich mit der Zeit geben. Gegründet von Bikram Choudhury (Jahrgang 1946), der mittlerweile Multimillionär unter kalifornischer Sonne ist, hat sich diese Yoga-Richtung vor allem in Großstädten etabliert. Als „Bikram“-Studio bzw. Lehrer darf sich nur nennen, wer in „Bikram´s Yoga College of India“ in Los Angeles gelernt hat. Alles andere nennt sich Hot Yoga und kann auch andere Yoga-Arten umfassen wie Hot Hatha, Hot Vinyasa Flow oder Hot Yin Yoga. Auf Spiritualität wird weitestgehend verzichtet, die Hitze schützt vor Muskel- und Sehnenzerrungen, der Körper entgiftet durch das Schwitzen. Und auch Julia Roberts findet es praktisch, dass sie Sport, Sauna und Massage in einem hat.

I

ISHTA YOGA – DREI IN EINS

Geeignet für: Jedermann
Charakter: Persönlich-ganzheitlich
Es wird wissenschaftlich – zumindest ein kleines bisschen: ISHTA = Integrated Science of Hatha, Tantra and Ayurveda. Heißt in der Praxis: Die Ishta Yoga-Praxis versteht sich als ganzheitliches System, das Asanas, Pranayama, Meditation, Philosophie des Tantra und die Wissenschaft des Ayurveda verschmelzen lässt. Anatomie, Energie und Wesen des Menschen werden gleichermaßen einbezogen, was zu einer ganzheitlichen Yogapraxis führt, die die Selbstheilungskräfte aktiviert und inneres Wachstum und Bewusstheit fördert.

IYENGAR – AUFGEMÖBELT

Geeignet für: Präzisionsfans
Charakter: Kraftvoll-ruhig
Willkommen beim Möbel-Yoga! Möbel-Yoga? Ja, so wird diese Richtung mit einem Augenzwinkern genannt, denn der Iyengar-Schüler wird in den Asanas meist mit Hilfsmitteln wie Gurten, Blöcken, Kissen („Probs“) unterstützt, um die Übungen leichter und ganz exakt-minutiös nach Vorgabe ausführen zu können. Die Iyengar-Lehrer gestalten ihren Unterricht unterschiedlich – ob vielleicht für den einen etwas eintönig oder schnörkellos-kraftvoll hängt immer von der jeweiligen Persönlichkeit ab. Der Gründer B.K.S. Iyengar (1918-2014) selbst ist neben Patthabi Jois und Krishnamarya eine der Berühmtheiten der Ur-Yoga- Szene, die noch heute wesentlichen Einfluss auf die Yoga-Szene und ihre Anhänger haben. Iyengar wurde 2004 vom Time Magazin zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt gekürt. Sein Werk „Light on Yoga“ ist quasi der Duden der Yoga-Szene.

J

JIVAMUKTI – SPIRITUELLE DISCO!

Geeignet für: Jedermann
Charakter: Erfrischend-spirituell- sportlich-hip
Jivamukti ist: fließende Bewegungen, kraftvoller Atem, Weisheiten und Musik – cool, eben. Immer im Flow, die eigenen Grenzen suchen und spürend. Und es kann durchaus als hip bezeichnet werden – Christie Turlington praktiziert zum Beispiel neben Sarah Jessica Parker und Gwyneth Paltrow auf der Jivamukti-Matte. Der relativ junge New Yorker Stil, der verwandt ist mit den „Vinyasa-Flow“- Richtungen, wurde 1984 von David Life und Sharon Gannon gegründet. Die beiden Amerikaner haben sich quasi das Beste des Yoga herausgepickt, neu zusammengestellt und mit einer modernen Lebenslehre verknüpft, die auch Umweltbewusstsein sowie eine gesunde Ernährung (man beachte bspw. Sharons Kochbuch) einschließt. David und Sharon brechen gekonnt mit Yoga-Klischees, spielen gekonnt mit einem kraftvollen, Licht und Liebe bringenden Guru-Image – und liegen damit voll im Trend.

K

KUNDALINI – ENERGY, BABY!

Geeignet für: Jedermann
Charakter: Energetisch-kraftvoll- spirituell
Kundalini? Sind das nicht die mit den weißen Turbanen? Ja, genau, die sind das – unter anderem. Jenseits von Stretching und Akrobatik kommt Kundalini Yoga herrlich unaufgeregt daher – man muss weder sexy aussehen, noch die Füße hinter den Kopf klemmen. Man legt mehr Wert auf Durchhalten denn auf Dynamik. Aber eine Kundalini-Stunde hat es trotzdem in sich: Russel Brand zum Beispiel findet Kundalini Yoga besser als Crack – so hat er es zumindest gesagt. Es kommen Energien in Schwung – da kann einem auch schon mal Angst und Bange werden: Die Kundalini, eine erleuchtende Energie symbolisiert durch eine zusammengerollte Schlange am unteren Ende der Wirbelsäule, wird erweckt und steigt dann entlang des so genannten Zentralkanals durch die Chakren auf. Die Stunden werden mit einem Mantra eingeleitet, gefolgt von einer gerne auch sehr dynamischen Übungsreihe (Kryia), Tiefenentspannung, Meditation und Ausstimmung. Eine weitere Besonderheit ist, dass der Lehrer „hands off“ unterrichtet – also Anweisungen nur verbal weitergibt. So sollen der energetische Fluss der Übungen, die Selbstinitiation und die nach innen gerichtete Konzentration nicht gestört werden sollen.
Bekannt wurde Kundalini Yoga durch Yogi Bhajan (1929 – 2004), der seinerzeit der einzige lebende Meister des White Tantra war und der sein Yoga in den 60er Flower Power Jahren in den Westen brachte und bei den Hippies voll ins Schwarze traf. Er gründete die 3HO, die „Happy, Holy, Healty Organisation“ – die drei Grundrechte, die durch Kunalini-Yoga gefördert werden sollen. Ach ja, und der Turban steht für die Anhängerschaft zu den Sihks, schützt das Kronen-Chakra vor dem Schwingungs-Chaos der modernen Welt und stimuliert bestimmte Energiepunkte... Und noch ein kleines Detail für die Damenwelt: In der Kundalini-Tradition tragen alle Frauen den Namen „Prinzessin“ als zweiten Namen („Kaur“, gesprochen Ka). Und noch einer zum Abschluss für die Teeliebhaber: Die leckeren Yogi-Tees wurden von Yogi Bahjan erfunden und verbreitet – und gleichzeitig seine schönen Weisheiten, die auf den Zettelchen der Teebeutel von Yogi Tea stehen.

L

LACH- ODER HASYA YOGA –
ZWERCHFELLSTIMULATOR

Geeignet für: Jedermann
Charakter: Lustig!
Wirklich wahr: 1995 wurde von Madan Kataria der Lachclub in Indien gegründet, 2010 gab es schon mehr als 6000 Clubs weltweit. Und an jedem ersten Sonntag im Mai feiern die Lach-Yogis den Weltlachtag – Lachen für den Weltfrieden um 14 Uhr! Herrlich, oder? „Hasya“ heißt so viel wie grundloses Lachen – in der Praxis geht künstliches Lachen in echtes Lachen über und wird kombiniert mit Dehn-, Klatsch- und Atemübungen. Man ahnt es: Man muss sich darauf einlassen, sonst kommt man sich etwas doof vor... Hinzu kommen noch pantomimische und spielerische Elemente, um das Lachen zu erleichtern. Ergebnis: Stress wird abgebaut, das Herz- Kreislauf-System gestärkt, Schmerzen gelindert, Entzündungen gehemmt, das Immunsystem gestärkt, der Körper geflutet mit frischem Sauerstoff. Heute schon gelacht?

LUNA YOGA –
EIN FRUCHTBARKEITSTÄNZCHEN...

Geeignet für: Frauen
Charakter: Sinnlich-sanft
... für die Beckenorgane und die wohl weiblich-lustvollste Form Yoga zu üben. Mitte der 80iger Jahre mischte Adelheid Ohlig klassisches Yoga mit Entspannungstechniken und Meditation und es entstand eine Mischung aus Atem-, Spür- und Dehnübungen. Hinzu kamen noch spezielle Fruchtbarkeitstänze und fertig war das Luna Yoga. Nicht nur die tiefgreifende Regenration und Harmonisierung des weiblichen Zyklus, sondern auch Frauenleiden aller Art werden positiv beeinflusst – und natürlich auch die Beckenorgane und die eigene Mitte.

P

POWER-YOGA – MUCKIBUDEN-YOGA!?

Geeignet für: Fitness-Fans
Charakter: Schweißtreibend-formend
Bryan Kest (1964) hat bestimmt manchmal was anderes gemeint mit seinem „Power Yoga“. Aber er hat sich seine Erfindung nicht urheberrechtlich schützen lassen und daher ist nicht immer Power Yoga drin, wenn Power Yoga auf dem Kursplan steht. Grundsätzlich sind die Übungsreihen„hart, weil das Leben hart ist“ (Kest), erfordern Kraft und Ausdauer und erwecken nicht selten den Aerobic-Ehrgeiz in westlicher Manier – zum Beispiel bei Janet Jackson und Cindy Crawford, die beide bei Kest in Santa Monica turnen. Auch wenn er sich von diesem Image eigentlich distanzieren möchte und es ihm darum geht, sich gut zu fühlen und nicht nur gut auszusehen. Der Fokus liegt für ihn auf Balance und Heilung, auf den Einklang von Körper, Geist und Seele – dann kommt die hübsche Hülle ganz von selbst. Zudem darf sich der Schüler auch durchaus vom Lehrer emanzipieren und durch seine eigene Interpretation Grenzen erfahren.

POWER VINYASA FLOW ODER FORREST YOGA –
HEILEN UND STÄRKEN

Geeignet für: Suchende Schreibtischtäter
Charakter: (Heraus-)fordernd
Nein, es handelt sich hier nicht um Yoga im Wald. Und auch nicht darum, Bäume zu umarmen. Ganz im Gegenteil: Kein Om, kein Sanskrit, kein Streben nach Erleuchtung. Damit kann Ana Forrest, die Gründerin, nichts anfangen. Ihr geht es darum, westlichen Schreibtischtätern mit ihren körperlichen und geistigen Einschränkungen praktische Methoden für mehr Authentizität, Wachstum und Entwicklung an die Hand zu geben. Forrest Yoga fordert den Übenden mit vier Grundpfeilern heraus zu heilen und zu wachsen, die eigene Mitte wieder zu finden und Stärke entwickeln: Erstens: Bewusste Atmung fördert das eigene Körperbewusstsein und die Leidenschaft für das eigene Leben. Zweitens: Durch das lange Halten der Positionen entwickelt sich Stärke. Drittens: Integrität und Ehrlichkeit zu sich selbst werden gelernt, indem man mit den eigenen Grenzen, mit körperlichen und emotionalen Verletzungen arbeitet. Viertens: „Spirit“ oder Geist – sich mit dem eigenen Geist verbinden, den Sinn für Freiheit schaffen und den Mut entwickeln, diese Freiheit auch zu leben. Begonnen wird mit Pranayama, also Atemübungen, danach werden Schulter- und Nackenöffner, dann Bauch- und Rückenstärkende Asanas sowie die Beckenboden aktivierende Übungen geübt, dann Sonnengrüße und stehende Haltungen. Und das bei muckeligen 28 Grad – diese Temperatur hilft, die Muskeln warm zu halten, schützt vor Verletzungen und spült Giftstoffe aus dem Körper.

PRANA FLOW - VINYASA FLOW 2.0

Geeignet für: Energiebündel
Charakter: energetisch-dynamisch
Wir befinden uns einmal mehr in Kalifornien – diesmal bei Shiva Rea, der Gründerin von Prana Flow Yoga – einer Weiterentwicklung von Vinyasa Flow Yoga und besonderen Mischung aus u.a. Ashtanga und Iyengar Yoga unterlegt mit viel, viel Prana (Atem = Lebensenergie, Bewusststein). Puh – sehr energetisch und kraftvoll. Atem und dynamische Bewegungsabfolgen werden synchronisiert, das innere Feuer (Agni) entfacht.

PRENATAL YOGA – FÜR DIE MUTTIS

Geeignet für: Muttis in spe
Charakter: Sanft-vorbereitend
Yoga funktioniert ganz wunderbar mit Mami-Kugelbauch in jedem Schwangerschaftsstadium – die Übungen sind speziell auf diese besondere Zeit ausgerichtet und unterstützen werdende Mamas mental wie körperlich. Die Intensität und thematische Ausrichtung der Stunde hängt jeweils vom Konzept des meist weiblichen Yogalehrers ab. Aber immer stärken und bereiten bewusstes Atmen und spezielle Körperübungen sanft auf die bevorstehenden Ereignisse und Veränderungen vor.

S

SATYANANDA ODER BIHAR YOGA –
YOGA 360°

Geeignet für: Geduldige
Charakter: Präzise-ausgleichend- intensiv
Wir gehen nach Indien zu Paramahamsa Satyananda Saraswati (1923-2009), der dieses Yogasystem entwickelt hat, welches aus jahrtausendalten Quellen vedischen und yogischen Wissens stammt. Alle Aspekte des Lebens – vor allem auch die jenseits der Matte im Alltag – werden integriert, um sich weiter zu entwickeln. Der Übende wird auf seinem Weg der Selbstfindung ganzheitlich unterstützt. Dabei werden in den Stunden Asanas, Atemübungen, Tiefenentspannung (nach Yoga Nidra) und Meditation kombiniert.

SHADOW YOGA

Geeignet für: Suchende Schreibtischtäter
Charakter: (Heraus-)fordernd
Wow – schaut man einem erfahrenen Shadow Yogi zu, ist man in der Regel ziemlich beeindruckt. Geschmeidig und kräftig fließen die einzelnen Haltungen ineinander und erinnern nicht nur an klassisches Yoga, sondern auch an asiatische Kampf- und Tanzkunst. Energie pur... Shadow Yoga ist ein Hatha Yoga-System und wurde von Zhander Remete gegründet. Dreh- und Angelpunkt sind die drei so genannten „Preludes“, fließende, mit der Atmung synchronisierte Bewegungsabfolgen, die den Übenden schrittweise auf die fortgeschrittenen Techniken des Hatha Yoga vorbereiten. Aber was hat das mit Schatten zu tun? Ganz einfach: Alte Hatha Yoga-Texte beschreiben, dass der Körper aus fünf Schichten („Schatten“) besteht. Durch Übung des Hatha Yoga werden diese Schatten aufgelöst, und das wahre Selbst erkennbar.

Strala Yoga

Geeignet für: Jedermann
Charakter: energetisch
Strala ist ein junger Yoga Stil, der von Tara Stiles „erfunden“ wurde. Der Fokus liegt darauf, sich nur so zu bewegen wie es sich auch wirklich gut anfühlt. Es geht darum auszuprobieren, sich und seinen Körper kennen zu lernen und die Variante zu finden, die zu einem passt. Und von dort aus weiter zu erkunden. Denn jeder Körper ist anders - und jeder Tag ist anders. Es geht um Fühlen, Leichtigkeit und Spaß. Auf der Matte und im Leben! Denn im Strala Yoga lernt man ganz nebenbei, dass das Leben auch mit Leichtigkeit funktioniert!

SIVANANDA, Teil I – GURU IS ALL AROUND

Geeignet für: Jedermann
Charakter: klassisch-spirituell- gemeinschaftlich-ganzheitlich
Man trägt weiße Hosen und gelbe Shirts und beginnt seine Praxis kopfüber. Ja, die erste Übung der so genannten Rishikesh-Reihe ist der Kopfstand. Weil die Umkehrstellung Kraft weckt, die die folgenden Asanas positiv beeinflusst. Und weil man zu Beginn der Praxis noch nicht ermüdet ist – so die Theorie von Swami Sivananda (1887 – 1963). Natürlich kommen auch Sonnengrüße, zwölf weitere Grundübungen, Mantrasingen und vor allem Atemübungen, Pranayama, nicht zu kurz. Und am Ende: Jaaaa – die Tiefenentspannung. Gelehrt wird meistens in Zentren und Ashrams (Sivananda Vedanta Zentren), die Swami Vishnudevananda (1927 – 1993) gegründet hat. Sein Bild schaut einen auch überall an – neben dem seines Guru, Swami Sivananda. Die Anhänger und Lehrer tragen weiße Hosen und gelbe Shirts. Der indische Arzt führte die großen indischen Yogaschulen zusammen: Körper: Hatha Yoga, Hingabe: Bhakti Yoga, gutes Handeln: Karma Yoga und Entwicklung von Weisheit: Jnana Yoga. Plus: Die Technik des positiven Denkens.

T

TRIYOGA

Geeignet für: Teil-esoterische Power-Frauen (und –Männer?)
Charakter: Dynamisch-meditativ
Als Kali (Kaliji) Ray 1980 zur Erleuchtung kam, äußerte sich dies in einem spontanen Bewegungsfluss. TriYoga war geboren. Die Yogameisterin schuf eine harmonisch-energetische Yoga- Richtung, die die Einheit von Körper, Geist und Seele (Drei-Einheit, TriYoga) zum Ziel hat. Die Praxis verbindet in sieben Schwierigkeitsstufen harmonisch und fließend-wellenartig Atem, Körperbewegung und Finderstellungen (Mudras). Man sollte sich bei einem TriYoga Studio durchaus auf einen esoterischen Hauch und die liebevolle Verehrung von Kaliji einstellen.

V

VIDYA, Sivananda Teil II – DIE YOGALEHRERSCHMIEDE

Geeignet für: Jedermann
Charakter: klassisch-spirituell- gemeinschaftlich-ganzheitlich
Auch hier sind die T-Shirts gelb – Yoga Vidya steht in direkter Verwandtschaft zu den Sivananda Vedanta Zentren. Volker Sukadev Bretz, Schüler von Vishnudevananda (Gründer der Vedanta Zentren), gründete den Verein Yoga Vidya e.V., der sich mittlerweile durchaus wohlhabend und erfolgreich nennen darf: rund 1.000 Lehrer werden im Jahr ausgebildet und in allen größeren deutschen Städten eigene Zentren betrieben, die Workshops, Seminare, Aus- und Weiterbildungen anbieten. In den Seminarhäuser, in denen mancher Yogi auch in friedlicher Gemeinschaft lebt, kann man bei ayurvedischer Vollverpflegung Ashram-Luft schnuppern, Seminare und Workshops aller Art besuchen oder sich einfach nur mal so ein paar Tage dem Yoga hingeben. Die Vidya-Lehrer sind in der Gestaltung ihres Unterrichts insgesamt freier und weichen durchaus auch von der klassischen Sivananda-Reihe ab. Atemübungen (Pranayama) sind neben den Körperübungen (Asanas) und Mantrasingen wesentlicher Bestandteil der Praxis.

VINIYOGA – KEIN YOGASTIL IM EIGENTLICHEN SINNE

Geeignet für: Jedermann
Charakter: von sanft bis fordernd
Viniyoga ist kein eigener Yoga-Stil. Es ist ein Wort aus dem 3. Kapitel des Yogasutra, mit dem erklärt wird, dass Meditation, wenn Sie erfolgreich sein soll, in passenden Schritten angegangen werden muss. Der Sohn des berühmten Krishnamacharya T.K.V. Desikachar (Jahrgang 1938) nutze dann den Begriff, um uns Europäern den Unterrichtsansatz seines Vaters zu erklären: „Unterrichte das, was in dir ist, aber nicht so, wie es zu dir passt, sondern wie es zu deinem Gegenüber passt." Es geht also darum, die Yoga-Praxis exakt an den Einzelnen mit seinen körperlichen und seelischen Voraussetzungen anzupassen, um auch durchaus therapeutische Erfolge zu erzielen. Viniyoga ist also individuell angepasstes Yoga, aber auch eine fordernde Ashtanga-Praxis kann als Viniyoga verstanden werden, weil sie ein Mittel und eine Methode ist, mit der ein Ziel erreicht werden soll. Anfang der 80er-Jahre schrieb Desikachar einen Brief an seine engeren Schüler und bat darum, den Begriff Viniyoga nicht zu verwenden, um den Yoga seines Vaters oder von ihm zu erklären. Diese Art des Unterrichtens ist auch gar nicht so „schafsfellmattensanft“ wie gerne verbreitet, sondern kann, je nach Fähigkeit des Schülers, sehr intensiv sein.

Wir danken Stephanie Schönberger für Ihren wertvollen Input zum Thema „Viniyoga“ (http://8sam-yoga.de/)

VINYASA (FLOW) – IM FLUSS
(MANCHMAL AUCH OHNE „OM“)

Geeignet für: Konditionsaufbauwillige
Charakter: kräftigend-ausgleichend
Noch eine wunderbare kalifornische Yoga-Erfindung! Die Ursprünge liegen im Ashtanga Yoga: reichlich Energie, zügiges Tempo, Konzentration auf harmonisch-fließende Bewegung und Atmung zeichnen eine Vinaysa-Klasse aus. Dennoch: Diese Stilrichtung ist manchmal ähnlich „verwässert“ wie „Power Yoga“ und wird gerne in Fitnessstudios angeboten. Hier drängen sich die gehetzten Städter und finden ihren sportlich-besinnlichen Ausgleich ohne spirituellen Schnickschnack. Bei guter Musik, aber in der Regel ohne Mantren und tönendes „Om“ werden die körperlichen Vorteile des Yoga wunderbar spürbar.

Y

YIN YOGA – MIT OHNE YANG...

Geeignet für: Durchhaltevermögende
Charakter: Sanft-dehnend
Oh wie wunderbar! Endlich ein Gegenpol zu den vielen dynamischen Stilen... Paulie Zink und später sein Schüler Paul Grilley schufen eine durchaus intensive Stilrichtung – aber ohne Krafteinsatz (Yang), aber dafür mit viel Erdung und Ruhe (Yin). Die Asanas werden so passiv wie möglich, also ohne Muskelkraft, aber möglichst lange (3 bis 5 Minuten) gehalten, um wirklich loszulassen und in die Asana hinein zu sinken. Bindegewebe und Faszien werden intensiv gedehnt und gelöst, die Lebensenergie kann fließen. Mmmmmh...!

YOGA-PILATES | YOGALATES | YOGILATES | YOLATES – ALLES FÜR´S SPIRITUELLE POWERHOUSE

Geeignet für: Die, die sich nicht entscheiden können
Charakter: Kräftigend
Pilates mit geistlicher Dimension und Yoga mit Powerhouse (Kraft aus der Mitte). Hier hat sich durchaus der ein oder andere Yoga- bzw. Pilateslehrer Gedanken gemacht – nicht umsonst gibt es zig Namen für die Mischung aus Yoga und Pilates. Einer von Ihnen ist Jonathan Urla aus – na klar, Amerika, der 1997 den Namen „Yogilates“ schützen ließ. In fließender Übungsabfolge wird der ganze Körper durch Dehn- und Kraftübungen beansprucht und mit Atemtechniken kombiniert. Ergebnis ist eine durchaus fordernde und energetisierende Körperarbeit – eben genau das richtige nach einem anstrengenden Arbeitstag.

YOGA NIDRA – SCHLUMMERYOGA DELUXE

Geeignet für: Jedermann
Charakter: Eeeeentspannt
Wirklich wunderbar: Pure Entspannung, sogar Tiefenentspannung. Ohne Schwitzen und Verrenkungen – wirklich wahr. Schlafen ohne zu schlafen und trotzdem endlich mal wieder tiefste Stille. Und zusätzlich eine intensive Körperwahrnehmung. Das ist Yoga Nidra! Und das Beste ist: Es funktioniert wirklich. Die körperlichen, geistigen und seelischen Purzelbäume kommen zur Ruhe und man kehrt nach einer Übungsrunde erfrischt und entspannt in den Tag zurück. Alles, was man tun muss ist sich circa eine halbe Stunde hinzulegen. Und so geht’s: Zuerst auf den Rücken legen in Shavasana (Totenstellung wie in der Schlussentspannung einer Yoga-Stunde), dann, wenn man möchte, einen Leitsatz (Sankalpa) suchen, dann mit der Wahrnehmung den Körper scannen, die Atmung beobachten und lenken, eintauchen in die Stille, die ganze Zeit versuchen, nicht einzuschlafen, und dann erfrischt wieder „aufwachen“. Für den Beginn empfiehlt sich in jedem Fall eine Anleitung durch einen ausgebildeten Lehrer, aber man kann auch alleine oder mit einer CD üben. Nidra-Profis erzählen von bewusstseinstranszendentalen Erlebnissen, dem eins sein mit allem, was ist – aber so weit muss es ja nicht kommen...