Das kleine Yoga-Lexikon*

Die Yoga-Sprache ist eine Besondere – man versteht am Anfang ehrlich gesagt erstmal nur Bahnhof. Zum einen sind da die seltsamen Namen der Übungen an sich – Arde-Mukha- was? Zum anderen sind dann die Übersetzungen der Übungsbezeichnungen auch befremdlich – Nach oben guckender Hund, Krähe, etc. Neulich begegnete mir der „Paradiesvogel“. Ja, so fühlte sich diese stehende Balance-Haltung auch an... Und dann das „Ooommm“ – was bedeutet das eigentlich? Mal ehrlich: Den leichten Spott der Nicht-Yogis kann man da manchmal verstehen, oder?
Für das schnelle Nachschauen von Begriffen, die Euch in der Yoga-Welt begegnen haben wir dieses YOGA-ABC zusammengestellt. Wenn Euch etwas fehlt, lasst es uns wissen – gerne erklären wir auf Anfrage und erweitern natürlich unser kleines Glossar Stück für Stück. Wir freuen uns auf Euch: hallo@we-love-yoga.de
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A

AGNI – FEUER!

Das Wort Agni wird in vielen Zusammenhängen genannt – hier kurz und knapp die Wichtigsten: Es ist gleichzeitig das Feuer an sich und der vedische Gott des Feuers. Als Götterbote kümmert sich dieser fleißig darum, dass die Opfer der Menschen zu den Göttern gelangen. Agni wird auch der „Unsterbliche in Sterblichen“ genannt und ist den Menschen ein Schirmherr und Helfer. Im Ayurveda bezeichnet Agni die Verdauungskraft, also das „Verdauungsfeuer“. Zudem ist Agni auch eine Bezeichnung für die Sushumna (=Energieleitbahn entlang der Wirbelsäule), den "Feuerkanal".

AHIMSA – GEWALTLOSIGKEIT!

Das Nicht-Verletzen in Wort, Tat und Gedanken. Kein geringerer als Mahatma Gandhi machte das ethische Prinzip weltberühmt – und zu einem DER Grundsätze im indischen Freiheitskampf. Ursprünglich wurde das Ahimsa-Prinzip aber von den Jainas und Buddhisten entwickelt, bevor es später auch im Hinduismus eine Rolle spielte. Viele Yogis sind Vegetarier oder gar Veganer, um Gewaltlosigkeit als einen Grundsatz des Raja-Yoga in allen Lebensbereichen zu integrieren – damit ist auch durchaus die Gewaltlosigkeit sich selbst gegenüber gemeint.

ALIGNMENT – AUSRICHTUNG

Bei der Ausführung von Asanas, also Körperübungen, bezeichnet Alignment die innere, energetische und körperliche Ausrichtung – meist unterstützt durch die Hilfe eines Lehrers. Es meint also im Grunde die rundum „korrekte“ Ausführung und Haltung der einzelnen Übungen.

ANANDA – PURE GLÜCKSEELIGKEIT

Ananda ist herrlich – es ist das pure Glück, dass nur aus sich selbst heraus entsteht. Ganz ohne ein äußeres Objekt. Bhoga ist das Gegenteil – der Genuss der Sinne (unter uns: das ist ja auch zwischendurch mal erlaubt!). Ananda wird bei Mönchen in der Shankara-Tradition auch am Ende eines Namens verwendet – ein Beispiel: Vivekananda = Freude durch Viveka. Viveka bedeutet Unterscheidungskraft.

APARIGRAHA – FREIHEIT VON HABGIER...

...oder auch Nicht-Ergreifen, Besitzlosigkeit und eines der Grundprinzipien des Raja-Yoga. Letztendlich geht es darum, freit zu sein von unnötigem Besitz.

ARJUNA – DER KÄMPFER

Siehe „Stars und Sternchen“

ASANA – AB AUF DIE MATTE...

...denn das Wort leitet sich ab von „sitzen“ – also der Ort, auf dem der Yoga-Übende sitzt. Die Bhagavadgita gibt z.B. eine detaillierte Beschreibung wie dieser Untergrund zu sein hat – nämlich sauber, in ruhiger Umgebung, nicht zu hoch oder zu tief, aus Gras oder Tuch oder gar heiligem Tierfell. Die gängige Bedeutung ist aber heute die allbekannte „Yoga-Haltung“ oder „Körperhaltung“. Schriften wie die Hathapradipika stellen diese Asanas im Detail vor. Die Angaben über die Anzahl der Asanas variiert – Shiva hat angeblich 840.000 Haltungen gezeigt, für den machbaren Gebrauch variieren die Angaben zwischen 32 bis weit über 100... Zweck der Haltungen war es eigentlich, den Körper für die langen Meditationen fit zu halten und ihn allgemein gesund zu erhalten. Die Asanas sind die dritte Stufe in Patanjalis achtstufigem Yoga-Weg (Ashtanga Yoga). Dieser ist im Yogasutra beschrieben. Mehr dazu erfahrt ihr in „Was ist eigentlich Yoga?“ Je nach Yoga-Stil und damit Zusammenstellung und Abfolge der Asanas werden heute unterschiedlichste Ziele verfolgt –von der spirituellen Praxis, Therapie oder bis zur körperlichen Fitness.

ASHRAM – „MÖNCHSZELLE“

Spirituelles oder religiöses Zentrum. Interessant: Das Wort Ashram stammt von „sram“, was so viel bedeutet wie sich anstrengen... Denn: Unter Anweisung eines Lehrers bemüht sich der Schüler um Fortschritt.

ASTEYA – NICHT STEHLEN

Es ist nicht nur das Nicht-Entwenden von Dingen gemeint, sondern auch das Begehren von Dingen, die anderen gehören. Asteya ist eines der Grundprinzipien des Raja-Yoga.

AUM („OM“) – DIE HEILIGE URSILBE...

Siehe „Om“.

AVATAR – INKARNATION DES GÖTTLICHEN

Ein Avatar ist die Inkarnation des Göttlichen auf der Erde. Und das natürlich nicht einfach so – das Ziel ist es, die Menschen in ihrer Evolution und spirituellen Entwicklung voranzubringen – karmische Zwänge spielen hier keine Rolle. Vishnu zum Beispiel hat zehn Inkarnationen – darunter: Krishna, Rama, Buddha, Kalki.

AYURVEDA – WISSENSCHAFT VOM LEBEN

Eine altindische Medizinwissenschaft, die auf Schriften aus dem 2. Jahrhundert zurückgeht, die gleichzeitig Lebenslehre ist, denn: Die Freiheit von Krankheit führt letztendlich zur Verwirklichung der vier Lebensziele (materielles Wohlergehen, Wünsche, rechtes Leben, spirituelle Befreiung). Auyurveda basiert auf dem System der drei Doshas Vata (Wind), Pitta (Feuer), Kapha.(Erde), die sich in jedem Menschen finden. Sind diese aus dem Gleichgewicht, dann entstehen Störungen und Krankheiten. Therapien setzen sich aus unterschiedlichen Methoden zusammen – Massagen, Stirngüsse, pflanzliche Heilmittel, Bäder, etc. Aber auch der Patient sollte mitmachen, indem er zu einer gesunden Geisteshaltung findet – nämlich eine Einstellung des Gleichmuts und der Fröhlichkeit. Denn alles andere wirkt sich negativ auf den Gesundheitszustand aus. Logisch, oder?

B

BANDHA – ENERGIE KONZENTRIEREN

Bandha (=Bindung, Verbindung) bedeutet die bewusste Muskelkontraktion, um Energien an einem bestimmten Punkt im Körper zu konzentrieren. Während der Yogapraxis wird intensiv mit den Bandhas gearbeitet. Das bekannteste ist wohl das Mula-Bandha (=Wurzelverschluss, Schließmuskel des Afters zusammenzwicken und den Bauchnabel in Richtung Wirbelsäule ziehen) und das Uddiyana-Bandha (=Hochflugsverschluss, Unterleib wird zusammengezogen, so hebt sich das Zwerchfell und die unteren Organe werden an die Wirbelsäule gedrückt).

BHAGAVAD GITA (Bhagavadgita oder kurz: Gita) – KRISHNA UND ARJUNA IM GESPRÄCH

Ganz eindeutig die bekannteste der heiligen indischen Schriften in 701 Versen verteilt auf 18 Kapitel. Sie erscheint im Epos „Mahabharata“. Wörtlich übersetzt bedeutet „Bhagavadgita“ der „Gesang des Erhaben“ – das Wort setzt sich aus „bhagavat“ = der Erhabene, Göttliche und „gita“ = der Gesang zusammen. Um was geht es also? Krishna und Arjuna, der innerlich wegen einer Schlacht zwischen zwei verfeindeten Familien eine tiefe innerliche Zerrissenheit erfährt. Aber Krishna hilft: Er redet auf ihn ein, dass er um seinen Moralkodex, seine Religion, seinen Charakter (Dharma) willen für die gerechte Sache kämpfen soll und, und das ist für die Yogis richtig relevant, die unterschiedlichen Yoga-Wege – Karma (Tat), Jnana (Erkenntnis), Bhakti (Liebe). Das ist aber noch nicht der Höhepunkt der Gita. Denn: Arjuna steht noch eine Vision bevor – Vishnu-Krishna erscheint ihm als „Allgott“, der in seinem Leib das ganze Universum inklusive aller Götter vereint! Wow! Das ist für Arjuna überwältigend wie das „Licht von tausend Sonnen“ – und schwer zu verkraften. Neugierig geworden? Es lohnt sich, die Gita zu lesen – sie vereint nicht nur viele Grundgedanken der vedischen Philosophie und des einen Gottes, der alles lenkt, sondern auch yogische Kerngedanken, wie bspw. das „nicht-anhaften“ an Dingen. Erklärungen zu Arjuna und Krishna findet ihr in den „Stars und Sternchen“.

BHAKTI-YOGA – LOVE IS ALL AROUND

Bhakti ist Liebe, Hingabe. Die zu Gott, auch die an einen Guru (Lehrer). Bhakti ist Liebe ohne Bedingungen. Jede Handlung beginnt dabei mit dem Willen, die göttliche Vollkommenheit durch die Hingabe zu erfahren. Bhakti-Yoga lehrt im Grunde selbstloses Handeln ohne eigene Erwartungen. Die Bhagavadgita bezeichnet den Anbeter als herausragenden Yogi, der seine Gedanken und seinen Glauben ausschließlich auf Krishna ausrichtet. Also: Liebt bedingungslos und tut das, was ihr tut mit Hingabe. Das ist Bhakti-Yoga live.

BHOGA – SINNESGENUSS

Siehe Ananda.

BRAHMA – SUPERGOTT 3

Siehe „Stars und Sternchen“.

BRAHMAN – NICHT WENIGER ALS DAS ABSOLUTE

Man kann es nicht fassen. Es steht über und hinter allen Dingen. Es ist Ursache für alles und erfüllt alles. Einfach alles. Auch die Götter können hier nicht mithalten. Im Grunde ist Brahman der universelle Geist, also alles, die gesamte Schöpfung. Es bedeutet aber auch das heilige Wort – Mantra. Ein BRAHMANA oder BRAHMANE ist ein Veda-Gelehrter, ein Priester oder Gelehrter.

BRAHMACARYA – KEUSCHHEIT ODER BEWUSSTHEIT...?

Eigentlich bedeutet Brahmacarya Keuschheit. Denn wer enthaltsam lebt, kann die sexuelle Energie, eine kostbare feinstoffliche, für spirituelle Zwecke umwandeln. Letztendlich mit dem klassischen Ziel: Mehr Freude oder gar eine höhere Form der Freude (Ananda). Aber: Man kann es auch anders interpretieren – als Nicht-Mönch oder Einsiedler bietet sich dieses sogar an... Stattdessen als bewusster Umgang mit den Energien, die man nicht wahllos damit vergeudet, die eigenen Wünsche zu erfüllen. Sprich: Gib Dich nicht immer allem hin, was Dein Ego gerade von Dir fordert. Viele Yogis haben auch in einer Ehe gelebt und Kinde bekommen – also es geht auch ohne Zölibat. Eine andere Bedeutung ist noch diese: Die Zeit der Schülerschaft, in der weltliches und religiöses Wissen als Grundlage für ein spirituelles Leben aufgenommen werden.

BUDDHA – ALLES IST ERLEUCHTET

Siehe „Stars und Sternchen“.

C

CHAKRA (CAKRA) – POWERRÄDER

Sie heißen: Muladhara, Svadhisthana, Manipura, Anahata, Vishudda, Ajna, Sahasrara. Und sind die sieben Energiezentren. Sechs von Ihnen verlaufen entlang der Wirbelsäule, das siebte befindet sich über dem Scheitelpunkt des Kopfes und wird als 1000blätrige Lotusblüte symbolisiert. Verbunden sind die Chakras durch die Sushumna, den Energiekanal. Unsere Chakren sind essentiell: Sie transportieren die Energie oder Kraft durch den Körper. Von ihnen gehen die so genannten Nadis ab, die Energiekanäle. Die Nadis werden übrigens durch die Anzahl der Lotusblüten-Blätter symbolisiert. Aktiviert werden die Chakren durch das Aufsteigen der „Kundalini“, der geheimnisvollen Schlangenkraft. Wer das ausprobieren möchte: Kundalini-Yoga ist hier der Weg der Wahl! Übrigens: Chakra heißt wörtlich Rad oder Kreis oder auch Wurfscheibe (wirklich wahr).

CHANTEN – SINGSTAR?

Also es gibt die finno-ugurische Ethnie im sibirischen Westen, die Chanten oder Chantys. Die ist hier aber jetzt nicht gemeint. Chanten leitet sich ab vom Englischen „to chant“, also singen – Mantras werden bspw. gechantet. Es geht hier also um das Singen von spirituellen Texten. Lasst Euch nicht abschrecken – es kann wirklich schön sein... Und manchmal, ganz offen und ehrlich gesagt auch amüsant, denn jeder macht mit, wenn Ihr wisst, was ich meine. Aber ausprobieren lohnt sich!

D

DHARANA – VOLLE KONZENTRATION

Dharana ist nicht weniger als seine volle Aufmerksamkeit, seine ganze Konzentration auf einen Gegenstand zu richten. Dharana bringt unseren lustig durch die Gegend hüpfenden Geist also zur Konzentration auf ein Objekt. Welches ist dabei egal. Dieses ist die Vorstufe zur Meditation (Dhyana). Dharana ist die sechste Stufe in Patanjalis achtstufigem Yoga-Weg (Ashtanga Yoga). Dieser ist im Yogasutra beschrieben. Mehr dazu erfahrt ihr in „Was ist eigentlich Yoga?“

DHARMA – VON RECHT BIS RELIGION

Dharma hat viele Bedeutungen: Zum einen ist es die Lebensweise im Einklang mit den vedischen Schriften. Zum anderen bedeutet es auch Charakter, Wesen. Und Religion. Die Hindus nennen ihren Glauben Sanatana Dharma (die ewige Religion). Damit aber noch nicht genug: Dharma kann auch als Gott auftreten – er verkörpert dann Recht und Gesetz.

DHYANA – MEDITATION PUR!

Meditation ist eine echte Herausforderung. Es ist ja schon die Konzentration (siehe Dharana) unglaublich schwierig... Mediation erfordert viel Übung, viel Geduld. Verschiedene Schriften behandeln das Thema Meditation – darunter die Bhagavadgita und das Yogasutra. Beiden geht aber das Fixieren des Geistes voraus (auf die Einsamkeit bzw. eines beliebigen Objekts), um dann in der einen Version die Konzentration auf Krishna zu richten und so den Frieden zu erlangen, der in diesem begründet ist und in der anderen Version quasi eins werden mit dem Objekt. Ganz grundsätzlich geht es aber darum, durch eine Meditationspraxis Abstand zu nehmen vom Getümmel in und um uns rum, einzutauchen in eine unendliche Stille und Ruhe. So kommen wir mit den tieferen Schichten unseres Seins in Kontakt. Schritt für Schritt hilft uns die Meditationspraxis dann auch im Alltag – wir können unsere innere Ruhe auch in schwierigen Situationen beibehalten. Wunderbar.
Es gibt viele Wege, die Meditation zu üben – über die Konzentration auf den Atem, einen bestimmten Gegenstand, einen Zustand, Visualisierungen... Das Dhyana-Mudra ist übrigens, wenn der rechte Handrücken in der linken liegt und die Daumen sich berühren und die Hände im Schoß liegen – dieses Mudra bringt den Zustand der Erleuchtung zum Ausdruck. Und Dhyana-Yoga ist das Yoga der Meditation. Dhyana ist die siebte Stufe in Patanjalis achtstufigem Yoga-Weg (Ashtanga Yoga). Dieser ist im Yogasutra beschrieben. Mehr dazu erfahrt ihr in „Was ist eigentlich Yoga?“

DIVALI (Diwali, Dipavali) – LICHTERFEST

Fünf Tage lang wird gefeiert – in einem unglaublichen Lichtermeer. Immer ab dem Neumondtag des achten Monats des Hindu-Kalenders (Ende Oktober/Anfang November) Symbolik: das Licht siegt über die Dunkelheit, das Gute über das Böse. Atmosphärisch ein bisschen wie Weihnachten...

DRISHTI – BLICKPUNKT

Es ist die Art und Ausrichtung des Blickes während der Meditation bzw. auch während der körperlichen Yoga-Übung. Das kann manchmal auf die Nasenspitze gucken – genau, also schielen sein, oder die Augen halb geschlossen oder, oder, oder...

G

GAUTAMA – KEIN GERINGERER ALS BUDDHA

Siehe „Stars und Sternchen“.

GURU – WEG MIT DEM UNWISSEN!

Wörtlich übersetzt bedeutet Guru Beseitiger der Dunkelheit: gu=Dunkelheit, ru = Auslöscher der Dunkelheit. Gemeint ist die Beseitigung der Unwissenheit des Schülers. Der Guru an sich ist also im Grunde ein spiritueller Lehrer, aber in Indien wird es auch für Lehrer in anderen Lebensbereichen benutzt. Es kann natürlich nicht jeder Guru sein – so, wie in den 70er und 80er Jahren, die den Begriff negativ besetzt haben... Ein echter Guru besitzt eine echte Verwirklichung und kann durch seinen eigenen Gott- Kontakt auch den Schülern darin unterstützen, diesen zu erlangen. Es wird erwartet, dass dem Meister größter Respekt entgegengebracht wird und seine Weisungen befolgt werden – nur wenn der Schüler entsprechend empfänglich ist, kann die Lehre greifen.

GANESHA – SUPERELEFANT

Siehe „Stars und Sternchen“.

H

HANUMAN – AFFENCHEF

Siehe „Stars und Sternchen“.

HATHAPRADIPIKA
(Hatha-Pradipika, Hatha-Yoga- Pradipika) –
LICHT AUF HATHA-YOGA!

Die Hathapradipika ist ein bekannter Quellentext des Hatha-Yoga aus dem 14. Jahrhundert. Verteit auf 10 Kapitel und in 643 Versen werden z.B. Körperhaltungen, Reinigung, Atemübungen, Meditation und philosophische Abhandlungen abgehandelt. Wörtlich übersetzt bedeutet der Titel „Licht auf Hatha-Yoga“ oder auch etwas profaner „Hatha-Yoga- Kommentar“.

HATHA YOGA – DER KLASSIKER

Siehe „Yoga-Stile“.

HINDUISMUS – DRITTGRÖSSTE WELTRELIGION

Ungefähr 1,1 Milliarden Menschen sind Hindus. Das entspricht ca. 15% der Weltbevölkerung. Der Hinduismus summiert eine Vielzahl von religiösen Gruppen in Indien, die alle sich auf heilige Schriften beziehen, die sich in die vedische Tradition einreihen. Und auch die vielfältigen Yoga-Traditionen haben sich aus dem Dunstkreis des Hinduismus entwickelt. Die Upanishaden, Veden und die Bhagavadgita sind drei wesentliche religiöse Schriften, aber auch die Epen Ramayana und Mahabharata sowie die Puranas mit ihren Geschichten und Mythen. Trotz der gemeinsamen Tradition, hat aber jede religiöse Gruppe ihre eigene Götterwelt, eigene Riten und auch Lehren. Hindus leben ihren Glauben oft sehr aktiv, um die Gegenwart der Götter und natürlich deren Segen anzurufen: Die Bhagavadgita bspw. lernen sie nicht selten auswendig und rezitieren diese z.B. während der Meditation. Mantras begleiten nicht nur rituelle Handlungen, sondern sind Teil des Alltags. Die bunten epischen Erzählungen vermitteln aber auch den weniger gebildeten Hindus eindrücklich, was es heißt, ein „rechtes“ Leben zuführen, Wissenswertes über die Götter und Yogis. Neuerdings geschieht dies auch über das Fernsehen – sehr erfolgreich übrigens! Was sind nun die Grundkonstanten? – Leben und Tod sind ein sich wiederholender Kreislauf (Samsara) und Reinkarnation, Karma sowie Toleranz (auch gegenüber anderen Glaubensrichtungen). Erst mit der Teilung des Landes in Indien und Pakistan kam es zu Gewalt zwischen Hindus und Muslimen, die zuvor friedlich nebenher lebten. Es hat sich seither eine Gruppe militanter Hindu-Nationalisten entwickelt, die die alten Werte in Frage stellen – dies gilt aber nicht für die Mehrheit der Bevölkerung.

HOLI – FARBFEST AUF INDISCH

Immer im Frühling, am ersten Vollmondtag im Monat Phalgun = Februar/März wir das ausgelassene Fest der Farben gefeiert. Es dauert je nach Region zwischen zwei und zehn Tagen und erinnert an die Streiche des jungen Krishna. Indien feiert in diesen Tagen ausgelassen und bewirft sich mit Farbpulver oder gefärbtem Wasser – das Kastensystem scheint in diesem Tagen außer Kraft gesetzt... Andere Bezeichnungen sind: Simga (Maharashtra), Simgo (Goa), Dol Yatra (Westbengalen und Oriya), usw. Holi heißt es in Nordinidien und Nepal.

I

ISHVARA – DER SCHÖPFER

Ishvara wohnt im Herzen aller Menschen, wird symbolisiert durch die Silbe „Om“ – ist der/das Göttliche als Schöpfer der Welt.

J

JAINISMUS (Jinismus, Dschainismus, Dschinismus) – MAHAVIRAS RELIGION

Ca. 6 Millionen Gläubige weltweit, mehr als die Hälfte davon in Indien glauben an die im 6. Jahrhundert vor Christus von Mahavira begründete Religion. Sie steht dem Hinduismus sehr nahe – glaubt aber nicht an die Autorität der Veden und das Kastensystem. Ihre Anhänger nennt man Jaina. Durch das Einhalten von bestimmten Lebensregeln (im Falle von Mönchen äußerst strenge – Askese und so...) wird die Seele von ihren Trübungen befreit und gelangt zu ihrer ursprünglichen Reinheit und Allwissenheit zurück. Die drei ethischen Grundprinzipien begegnen uns in der Yoga-Welt immer wieder: Ahimsa = Gewaltlosigkeit, Aparigraha = Freiheit von (nicht nötigem Besitz) und Satya = Wahrhaftigkeit. Und zum Abschluss: Zwei unterschiedlich ausgerichtete Asketen-Gruppen können Euch begegnen – die einen sind nackt, denn sie haben den Himmel zur Kleidung (kein Scherz!) und die anderen sind weiß gekleidet (sie haben auch weniger strenge Regeln – sogar Frauen dürfen aufgenommen werden).

JESUS, UND ER IST DOCH EIN YOGI...

Jesus spielt in der Welt der Yogis durchaus eine Rolle – viele Yogis haben ihn als herausragende Persönlichkeit, gar als Avatar gewürdigt. Denn: In seinen Worten haben sie spirituelle Wahrheiten erkannt wie sie auch im Yoga zum Ausdruck kommen – beispielsweise Ramakrishna, Swami Vivekananda, Sri Aurobindo, Yogananda, Sivananda haben ihn in eigener Erfahrung lebendig erlebt und ihre Erfahrung niedergeschrieben. Mehr über diese fünf erfahrt ihr in „Stars und Sternchen“.

JNANA-YOGA –
ERKENNTNIS DER HÖCHSTEN WAHRHEIT

Jnana heißt Wissen oder Erkenntnis und bezieht sich auf weltliches, wissenschaftliches und spirituelles Wissen. Jnana-Yoga meint also den Weg der Erkenntnis (der höchsten Wahrheit) – natürlich mit dem Ziel, sich selbst zu erkennen. Die Grundlagen hierfür sind Achtsamkeit, Meditation und Selbsterforschung.

K

KARMA – SUMME DEINER HANDLUNGEN

Karma bedeutet wörtlich Tat oder Handlung. Aber auch die Summe der Konsequenzen bzw. Folgen aller Handlungen im Verlauf einer oder mehrerer Geburten. Schon in den Upanishaden heißt es: „Ein Mensch guter Taten wird gut, ein Mensch schlechter Taten wird schlecht. {...} Der Mensch handelt gemäß den Wünschen, denen er anhängt. Nach dem Tode geht er in die nächste Welt ein und trägt die subtilen Impressionen seiner Handlungen mit sich. ...“ {...} Nun noch die gute Nachricht: Schlechtes Karma kann durch guten Karma neutralisiert werden. Und: Je mehr ein Mensch im Verlauf spiritueller Entwicklung aus dem wahren Selbst heraus handelt, kann er angesammeltes Karma auflösen und auf eine höhere Stufe steigen. Dieses wiederum macht ihn dann immun gegen die negativen Effekte der Vergangenheit...

KARMA-YOGA – TU GUTES!

Also... Karma-Yoga ist das Yoga der Tat und einer der drei Haupt-Wege neben Jnana (Erkenntnis) und Bhakti (Liebe). Alle werden in der Bhagavadgita beschrieben. Der Karma-Yogi geht einen anderen Weg als der Asket, der äußerlich nichts tut, um zu meditieren. Der Karma-Yogi lenkt seine Energie so, dass die Tätigkeit selbst zur Meditation wird oder mindestens zur Basis für eine natürliche Meditation nach dem Tagwerk wird. Oft wird es auch als „selbstloser Dienst“ verstanden – eine Handlung, die einen positiven Effekt auf das Umfeld, Personen, Lebewesen, etc. hat und neutral, also ohne den Einfluss eigener Vorliebe oder Abneigung durchgeführt wird. Im Klartext: Toiletten putzen lehrt Dich, dein Ego zu neutralisieren. Interessant übrigens: Hintergrund ist, dass der Mensch per se immer in einem Umfeld ständiger Aktivität lebt, dem er sich nicht entziehen kann, denn auch in seinem Körper ist der Mensch aktiv – sprich: man kann gar nicht untätig verweilen.

KLESHAS – DIE FAKTOREN DES LEIDS

Es gibt nach Patanjali fünf Leidfaktoren – und diese halten uns davon ab, unser wahres Selbst zu erfahren: Avidya = Unwissenheit, Asmita = Ich-Bezogenheit, Raga = Zuneigung, Dvesha = Abneigung, Abhinivesha = Lebensdrang. Durch die Kleshas sammelt sich Karma an – und das Ziel der Yoga-Praxis ist es, ihnen die Kraft zu nehmen und sie letztendlich ganz zu löschen.

KRISHNA – DER AVATAR!

Siehe „Stars und Sternchen“.

KRIYA – REINEMACHEN

Folgende Reinigungstechniken im Hatha-Yoga sind mit Kriya gemeint: Neti = Nasenspülung, Trataka = Anstarren von Objekten, Kapalabathi = Schnelle, stoßweise Atemtechnik, Dhauti = Reinigung des oberen Verdauungskanals, Nauli = Darmreinigung, Basti = Einlauf.

KRYIA-YOGA – ANGEBLICH WUSSTE JESUS WIE ES GEHT...

Kryia-Yoga hat unterschiedliche Bedeutungen. Die erste stammt von Patanjali, der Kryia-Yoga in seinem Yogasutra darstellt: Tapas (geistig- spirituelle Übung), Svadhyaya (Selbststudium, Studium der heiligen Schriften), Ishvara- Pranidhana (Darbringung aller Handlungen an den höchsten Herrn). Letztendlich führt das Üben von Kriya-Yoga dazu, dass die Ursachen des Leids überwunden werden können und Samadhi erreicht wird. Eine weitere, sehr bekannte, ist eine Übungsmethode von Paramahansa Yogananda. Sie wird aber nur nur persönliche Einweihung weitergegeben und daher gibt es keine ausführliche Literatur dazu. Aber es sei nur so viel gesagt: Es geht u.a. um machtvolle Atem- und Visualisierungstechniken. Absolute Atembeherrschung führt dazu, dass dem Blut Kohlendioxid entzogen und Sauerstoff zugeführt wird, welche dann in einen „Lebensstrom“ verwandelt werden. Der Körper wird zur reinen Energie, der Verfall der Zellen wird gestoppt... Es sei nur noch folgendes angemerkt: Auch Jesus soll diese Techniken beherrscht haben, um sich zu materialisieren und entmaterialisieren. Dann hat außerdem noch Satyananda Sarasvati eine Hatha-Übungsform so genannt und auch andere Übungsformen nennen sich Kriya-Yoga.

KUNDALINI – SCHLANGENKRAFT ZUR GLÜCKSELIGKEIT

Wir stellen uns am Ende der Wirbelsäule eine aufgerollte, schlummernde Schlange vor – natürlich auf der feinstofflichen, energetischen Ebene. Sie bildet den Kerngedanken des Tantra und auch der Hatha-Yoga. Dieses Zitat aus der Hathapradipika sagt alles: „Wenn die schlummernde Kundalini durch die Gnade des Gurus erweckt wird, werden von ihr alle Cakras und Granthis (=Knoten) durchstoßen.“ Und dann? Ja, dann fließt die pure Lebenskraft frei durch die Sushumna (=Energiekanal entlang der Wirbelsäule), der Geist ist befreit und – der Tod wird außer Kraft gesetzt und ein unbeschreibliche Glückseligkeit setzt ein. Wow!

M

MANTRA UND –SINGEN

Ein Mantra ist eine oder mehrere heilige Silbe(n) oder auch ein kraftgeladenes Wort. Das wohl bekannteste ist „Om“. Oder aber auch die, die einen Gott oder Avatar bezeichnen – z.B. „Om namah sivaya“ zur Verehrung Shivas oder das tibetische „Om mani padme hum“ = „Juwel im Lotus“. Mantren setzten während der Rezitation eine besondere Kraft und Energie frei, helfen bei der Konzentration und unterstützen die eigene Entwicklung, den eigenen Fortschritt und damit letztendlich die Transformation. Das Wort Mantra kann auch ganz allgemein heilige Sanskrit-Texte bezeichnen.

MEDITATION (Dhyana) – FINDE DIE STILLE....

Siehe „Dhyana“.

MULA-BANDHA – ENERGIE KONZENTRIEREN

Siehe „Bandha“.

MUDRA – FINGERZEIG MIT WIRKUNG

Mudras sind Fingerstellungen bzw. Handstellungen. Derer gibt es sehr viele mit jeweils unterschiedlicher Bedeutung. Eines der bekanntesten ist das „Rad der Lehre“ zur Lehrverkündigung (Vitarka-Mudra) – Daumen und Zeigefingerspitze der rechten Hand werden zu einem Kreis zusammengeführt. Oder das Namaskara-Mudra: Die Hände werden zusammengelegt und zum Gruß an die Stirn geführt. Den einzelnen Mudras werden bestimme Wirkungen zugeschrieben – Entspannung, Klarheit, Frieden, etc. Mudras kommen auch als Gebärden- und sogar Körpersprache im indischen Tanz vor und zeigen dort eindrucksvoll ihre Symbolkraft – ganze Geschichten können so ohne Worte dargestellt werden.

N

NAMAS(TE) – VEREHRUNG DIR!

Namas oder Namah heißt Verehrung, Ehre oder Gruß. Die Grußformel Namaste bedeutet wörtlich „Gruß sei Dir“ oder „Verehrung Dir“, im übertragenen Sinn laut Deepak Chopra auch „Ich grüße das Göttliche in Dir“. Im Hindi sagt man übrigens „Namaskar“.

NIYAMAS / YAMAS – ALLTAGSVERHALTEN

(Ni)yama bedeutet Selbstbeherrschung, Zügelung, Disziplin. Die beiden Begriffe bedeuten den Umgang mit Dir selbst und den Umgang mit anderen – sie sind also quasi die Grundregeln für unser allgemeines Alltagsverhalten. Yamas steht für die fünf ethischen Gebote Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Nicht stehlen, reine Lebensweise und Begierdelosigkeit. Niyama beinhaltet: Körperliche und geistige Reinheit, Zufriedenheit, spirituelle Praxis, Studium der heiligen Schriften, Hingabe an Gott. Die Yamas und Niyamas sind die ersten beiden Stufen in Patanjalis achtstufigem Yoga-Weg (Ashtanga Yoga). Dieser ist im Yogasutra beschrieben. Mehr dazu erfahrt ihr in „Was ist eigentlich Yoga?

O

OM (AUM) – DIE HEILIGE URSILBE...

...steht für, bringen wir es auf den Punkt, „Alles.“ Ja, alles. Om ist alles. Alles was war, ist und sein wird, das Universum. Es ist DIE heilige Ursilbe und Mantra zugleich – für Hinduisten, Buddhisten, Yogis, ... In den Upanishaden wird sie „Der Klang des klanglosen Absoluten“ genannt. Die Silbe wird auch „Pranava“ oder „Omkara“ genannt und setzte sich aus vier Elementen zusammen A, U, M und dem Nachklang Anusvara, der auch für den Punkt über dem Zeichen steht. Diese vier Elemente werden mit den vier grundlegenden Bewusststeinszuständen in Beziehung gesetzt. Das chanten von „om“ kann wunderbar sein – wenn man sich einmal darauf einlassen mag. Probiert es einfach mal...

OMKARA („OM“) – DIE HEILIGE URSILBE...

Siehe „Om“.

P

R

PATANJALI – DER PRAXIS-PHILOSOPH

Siehe „Stars und Sternchen“.

PRANAVA („OM“) – DIE HEILIGE URSILBE...

Siehe „Om“.

PRANAYAMA – ATEMKONTROLLE...

...ist ein ganz wesentlicher Teil der Yoga-Praxis. Prana, die Lebensenergie, leitet uns durch die körperliche Yogapraxis und kann die einzelnen Übungen vertiefen. Die Atemregulierung kann starke energetische Prozesse auslösen und sollte daher nur in kundiger Anleitung geübt werden. Aber dann... wirken sie kräftigend, verjüngend, gesundheitsfördernd, spiritualisierend! Und: eine fortgeschrittene Atempraxis führt zur Erweckung der Kundalini (unbedingt unter „K“ nachlesen...)! Vor allem wird durch die Atemregulierung auch die innere Ruhe gefördert – die Voraussetzung für die Meditation. Ein ruhiger Geist führt zu einem ruhigen Atem – und umgekehrt... Pranayama ist die vierte Stufe in Patanjalis achtstufigem Yoga-Weg (Ashtanga Yoga). Dieser ist im Yogasutra beschrieben. Mehr dazu erfahrt ihr in „Was ist eigentlich Yoga?

PRATYAHARA – WEG VOM OBJEKT!

Es bedeutet das Abziehen der Sinne von ihren Objekten – im Klartext: Dein Geist soll von Ablenkung befreit werden. Pratyahara ist die fünfte Stufe in Patanjalis achtstufigem Yoga-Weg (Ashtanga Yoga). Dieser ist im Yogasutra beschrieben. Mehr dazu erfahrt ihr in „Was ist eigentlich Yoga?

PROPS – HILFSMITTEL

Props sind Hilfsmittel, die die Yoga-Praxis unterstützen – Gurte, Blöcke, Kissen usw. gehören dazu. V.a. im Iyengar-Yoga werden diese eingesetzt. Mehr dazu findet ihr in „Yoga- Stile erklärt “.

RAJA-YOGA

Raja-Yoga besteht aus den acht Stufen des Ashtanga Yoga: Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharana, Dhyana und Samadhi. Mehr dazu erfahrt unter den einzelnen Begriffen sowie unter „Was ist eigentlich Yoga?

S

SAMADHI – TOTALE VERSENKUNG

Samadhi ist die achte und damit höchste Stufe in Patanjalis achtstufigem Yoga-Weg (Ashtanga Yoga). Dieser ist im Yogasutra beschrieben. Mehr dazu erfahrt ihr in „Was ist eigentlich Yoga?“ Samadhi bedeutet im Grunde, die gesamte Aufmerksamkeit auf einen Gegenstand zu richten – so intensiv, bis man in Stufe eins, mit diesem verschmilzt – allerdings im Bewusstsein eines Objekts – und in Stufe zwei wird die Vorstellung eines Objekts gelöscht – und das in vollkommener Identifiaktion mit dem höchsten Selbst. Klingt kompliziert – ist es sicherlich auch... Die zweite Samadhi-Stufe führt aber letztlich zur spirituellen Befreiung und zur Auflösung aller Impressionen, Wünschen und Erfahrung und damit Karma-Ketten. Der Begriff wird auch für die heilige Grabstätte eines Yogi verwendet.

SAMASTHITI – ANFANG UND ENDE

Die aufrechte Haltung, der aufrechte Stand – zum Beispiel zu Beginn und am Ende eines Sonnengrußes.

SAMSKARA – UNSERE IMPRESSIONEN

Samskara bezeichnet die zahlreichen Impressionen, die unser tägliches Sein in Denken, Fühlen, Handeln und Fühlen im Unterbewusstsein hinterlässt. Die Gesamtheit dieser Impressionen bildet unser Karma... Nicht umsonst heißt es: Achte auf Deine Gedanken, Deine Worte, Deine Gefühle, Deine Handlungen... Durch die Yoga-Praxis sollen die Samskaras schrittweise ihre Kraft verlieren, bis sie sich im Samadhi löschen und damit auflsöen.

SANKHYA – KAPILAS PHILOSOPHIE

Sankhya ist eines der sechs Systeme der indischen Philosophie und wurde von Kapila (siehe „Stars und Sternchen“) beschrieben. Es werden 25 Grundprinzipien aufgezählt, die das Zusammenwirken von Mensch und Kosmos erklären. Die beiden wichtigsten sind Purusha (Geist, reines Bewusstsein) und Prakriti (Natur, Urgrund aller stofflichen und psychischen Erscheinungsformen). Letztendlich geht es darum, zu erkennen, dass beide von einander getrennt sind – Leid und Schmerz finden zum Beispiel auf der Ebene des Prakriti statt und entstehen, wenn wir uns mit ihr identifizieren. Sankhya ist also letztendlich der Weg, um sich von dieser Identifizierung zu befreien und eben zu erkennen, dass Purusha und Prakriti getrennt sind. Natürlich ist das Sankhya-System an sich noch etwas komplexer als hier beschrieben. Aber das wäre in Kürze etwas kompliziert... Die Bhagavadgita nennt Yoga und Sankhya übrigens als eins. Meldet Euch bei uns, wenn ihr mehr wissen möchtet: hello@wly.de!

SANSKRIT – SPRACHE DER HEILIGEN SCHRIFTEN

Sanskrit oder Samskrita ist die Sprache der heiligen Schriften der Hinduismus, Quelltexte des Yoga und Mantren. Noch heute werden die vielen Yoga-Übungen oftmals in ihrer originalen Sanskrit-Bezeichnung benannt und auch viele Begriffe haben den Weg in den Westen gefunden: Guru, Karma, Asana, C(h)akra – um nur ein paar zu nennen. Warum werden die Yoga-Übungen nicht übersetzt? Die Sprache hat eine besondere, spirituelle Qualität und gibt dem Übenden eher ein Gefühl für die tiefere Dimension seiner Praxis... Der Klang der Worte erinnert an ihren Ursprung und ihre Symbolik. Und mal ehrlich – Shirshasana üben hört sich doch besser an als Kopfstand, oder?

SHANKARA – SHIVAS PHILOSOPHEN-TEILINKARNATION

Siehe „Stars und Sternchen“.

SHAVASANA – WUNDERVOLLE ENDENDSPANNUNG

Die Totenstellung, also völlige Regungslosigkeit – diese Asana wird immer am Ende der Yoga-Praxis eingenommen und auch als Endendspannung bezeichnet.

SHIVA – SUPERGOTT 1

Siehe „Stars und Sternchen“.

SURYA NAMASKAR(A) (SONNENGRUSS) –
ICH GRÜSSE DAS LICHT!

DIE Basis-Übungsreihe eigentlich aller Yoga-Übungen. Bestehend aus bis zu zwölf dynamisch ausgeführten Stellungen. Sehr energetisierend – vor allem am Morgen!

SUSHUMNA(-NADI) – ENERGIEKANAL

Die Sushumna ist der wichtigste Energiekanal oder feinstoffliche Nervenkanal. Er verläuft entlang der Wirbelsäule bzw. in deren Inneren von deren unteren Basis bis hinauf zum Scheitelpunkt, der Korne des Kopfes. Der wichtigste auch deshalb, weil die erweckte Kundalini durch die Sushumna aufsteigt, so bald die erweckt wird – bitte nachlesen unter Kundalini!

SATYA – WAHRHAFTIGKEIT, BITTE

„Keine Tugend ist größer als die Wahrhaftigkeit, keine Sünde größer als die Unwahrheit.“ (Mahanirvana-Tantra). Satya, Wahrhaftigkeit, ist eine wesentliche ethische Leitlinie – im Raja-Yoga ist es die erste Stufe (Yama). Es gilt auch als essentielles Attribut des Göttlichen.

SONNENGRUSS (SURYA NAMASKAR(A) –
ICH GRÜSSE DAS LICHT!

Siehe „Surya Namaskara“.

SRI UND SWAMI – HÖFLICHKEIT UND EHRENTITEL

Sri ist eine Höflichkeitsbekundung. Man erwähnt sie als Teil des Namens, wenn sie in der Öffentlichkeit als Bestandteil des Namens wahrgenommen wird – quasi wie ein Markenzeichen.
Swami ist ein Ehrentitel so wie auch Guru, Acharya, Paramahamsa oder Pandit. Dieser kann ebenso als „normaler“ Name verwendet werden, wenn Personen unter diesem Namen bekannt geworden sind.

T

TAPAS – HITZE UND ASKESE

Erstens: Tapas steht häufig für extreme Übungen von Asketen, die sich in die Einsamkeit zurückziehen, um Befreiung zu erlangen – dabei nehmen Sie meist keine Rücksicht auf ihr körperliches Wohlergehen und unterziehen sich striktester Selbstdisziplin.
Zweitens: Bei Patanjali steht Tapas positive, spirituelle Praktiken, geistige Übungen (z.B.: Anbetung) und ist auch Teil eines der fünf Niymas (siehe „Yamas“ und „Niyamas“). Auch in der Bhagavadgita wird von Tapas in drei Bedeutungen gesprochen: 1. Verehrung von Göttern, Brahmanen, etc. und auch Reinheit und Aufrichtigkeit, 2. Eine wahre und angenehme und nutzbringende Sprache, 3. Frohsinn, Gelassenheit, Güte, Maunam = Praxis der Stille, Selbstbeherrschung.

U

UDDIYANA-BANDHA – ENERGIE KONZENTRIEREN

Siehe „Bandha“.

UJIAYI-ATMUNG – DIE SIEGREICHE

Die wohl bekannteste Atmung der Yogis ist die Ujiayi-Atmung oder Kehlkopfritzenatmung. Körper und Muskeln werden mit unerschöpflicher Energie versorgt – deshalb heißt sie die „Siegreiche“. Oder auch weil Lunge und Brust stolz aufgebläht werden. Mit geschlossenem Mund wird langsam ein- und ausgeatmet. Dabei entsteht ein Rauschen in der Kehle, ein Reibelaut. Oft wird das Geräusch auch mit Meeresrauschen verglichen.

UPANISHAD(EN) – HEILIGE SCHRIFTEN

Wörtlich bedeutet upa-ni- sad = nahe sitzen (bei einem Lehrer) und verweist damit auf die uralte Tradition der mündlichen Übertragung durch einen Lehrer. Gemeint sind aber die 108 heiligen Schriften Indiens, die die Grundlage des Vedanta bilden.

V

VEDA (VEDEN) – SPIRITUELLE ERKENNTNIS

Die Veden umfassen im Grunde alle heiligen Schriften der Hindus und bilden die Grundlage der indischen Philosophie. Zu den Veden gehören u.a. die bekannten Samhitas (= Sammlungen), an die sich u.a. auch die Upanishaden anschlossen.

VISHNU – SUPERGOTT 2

Siehe „Stars und Sternchen“.

VIVEKA - UNTERSCHEIDUNGSKRAFT

Viveka bedeutet die Urteilskraft, die Weisheit und spirituelle Erkenntnis – letztendlich die Fähigkeit zwischen wahr und unwahr, zwischen ewig und vergänglich, zwischen wirklich und unwirklich zu unterscheiden. Damit ist es die Voraussetzung für eine „erfolgreiche“ spirituelle Suche.

Y

YAMAS / NIYAMAS – ALLTAGSVERHALTEN

Siehe „Niyamas/Yamas“.

YOGASUTRA – DER YOGA-LEITFADEN SCHLECHTHIN

Patanjalis Yogasutra ist DAS Lehrbuch über Yoga und beschreibt in 195 Sutren das Yoga- System, welches als Raja-Yoga bekannt ist. Raja-Yoga gehört übrigens zu den sechs indischen Philosophiesystemen. Übrigens: Sutra bedeutet übrigens „Faden“ – die einzelnen Verse bzw. Aphorismen sind wir auf einem Faden aneinandergereiht. Wer mehr wissen möchte liest unter „Was ist eigentlich Yoga?“ genauer nach... Eine Lektüre lohnt sich aber auch in jedem Fall – zum Beispiel die von T.K.V. Desikachar oder Ralph Skuban.

YOGI, YOGINI – WIR ALLE, ODER?

Jeder, der Yoga praktiziert ist ein Yogi (Mann) oder eine Yogini (Frau). Oft benennt der Begriff die, die bereits eine gewisse Stufe erreicht haben. Ist aber letztendlich egal – wir sind alle Yogis und Yoginis!
*Mit großer Hilfe von Wilfried Huchzermeyer und seinem „Yoga-Lexikon“, der an vielen Stellen (re-)zitiert wird. Natürlich ist dieses nur ein ganz winziges Atomteilchen...