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Yogisch oder Unyogisch - das ist hier die Frage

Ist man automatisch "yogisch", weil man Yoga übt? Oder was heißt das eigentlich? Yogisch?

Ist es ein Synomyn für asketisch? Oder frei von Geld und Genüssen jeglicher Art? Oder für besonders gelenkig und knackig? Oder vielleicht für esoterisch? Tja - und schwupps sind wir mitten im Klischee gelandet. Ist ja bei der Fülle an Yoga, die uns mittlerweile an allen Ecken und Enden überhäuft, kein Wunder.

Neulich sagt eine Freundin zum mir: "Dauert nicht mehr lang, bis es den ersten Yoga-Porno gibt bei den ganzen nackten Yoga-Popos auf Instagram!"

Da hat sie recht... Yoga wird mehr und mehr zum Sinnbild für einen gesunden, jungen, straffen Körper.

Aber mal ehrlich: Was hat denn das mit "yogisch" zu tun? Aus meiner Sicht gar nichts. Ich finde es sehr bedenklich und so banal, dass Yoga als Philosophie, als Tradition so sehr reduziert wird. Sicherlich - ich bin auch ein ästhetischer Mensch und mag schöne Dinge und auch schöne Bilder. Das ist damit nicht gemeint. Es geht eher darum, dass Yoga benutzt wird, um Banales zu verkaufen. Sex sells ist auch in der Yoga Bubble angekommen.

Aber nochmal zurück zur Ursprungsfrage: Was ist denn nun yogisch oder nicht? Auch diese Antwort können wir - wie so viele - bei Patanjali im Yogasutra finden, denke ich. Am Ende bedeutet Yoga doch nichts anderes als Klarheit zu finden. Und der Weg dahin ist gepflastert mit Achtsamkeit, einem bewussten und liebevollen Umgang mit sich und anderen und der ganzen Umwelt, Körperübungen oder den Asanas, Atem - ebenfalls bewusst ausgeführt, und die Fähigkeit, seinen "Monkey Mind" zu bändigen Sprich: Sich zu konzentrieren und zu versinken.

All diese Dinge zu üben ist für mich "yogisch" - immer mit dem Fokus darauf kein Leid zu erzeugen. Quasi das yogische Gesamtpaket. Das bedeutet umgekehrt, dass Yoga nur dann entstehen kann, wenn wir all diese Aspekte für uns üben und leben...

So. Und nun bleiben noch die ganz praktischen Fragen: Fleisch essen? Alkohol trinken? Kaffee? Ein Sexleben haben?

Ich bin der Überzeugung, dass ein Asket nicht automatisch ein besserer Yogi ist. Ich denke, dass man eine bestimmte Lebensart und vor allem Geisteshaltung durchaus auch im "normalen" Leben kultivieren kann. Im Bezug auf Vegetarisumus würde ich allerdings sagen: die Prämisse, dass wir liebevoll und vor allem gewaltlos mit anderen Lebewesen umgehen sollen beantwortet diese Frage von selbst. Ebenso, wenn wir uns ehrlich beantworten, welche Dinge Leid erzeugen. Und die Frage nach dem Alkohol - tja, ich persönlich denke nicht, dass Patanjali etwas dagegen hat, wenn wir zwischendurch maßvoll und achtsam ein Gläschen Wein trinken. Vielleicht sogar ganz im Gegenteil...