Yoga und Alltag oder: Was bleibt, wenn wir die Matte zusammenrollen?

Sind wir auch abseits der Matte noch Yogis?

Yoga ist so viel mehr als ich damals, als ich angefangen habe, gedacht hätte. Yoga ist unendlich. Es ganz zu erfassen ist kaum möglich. 

Alle Yogastile haben das Ziel der Konzentration oder das Einswerden mit dem Bewusstsein. Auch das Malen von Mandalas oder Mantrasingen können bspw. als Yoga bezeichnet werden - für jeden sollte also das Passende dabei sein.

Aber was bleibt vom Yoga und vom yogischen Gedanken noch übrig bleibt, wenn wir den Yoga-Raum verlassen...? Denn, wir sind alle ganz prima Yogis auf unserer Matte, aber was dann?

Sooft habe ich mir schon gedacht, was es denn bringen soll, wenn wir die Matte zusammen gerollt haben und auf einmal alle Grundsätze über Bord werfen? Will heißen: Plötzlich schnauzt der Yogi den Fahrer vor sich an, der bei dunkelgelb doch lieber stehen geblieben ist, obwohl (!) wir es so eilig haben, weil uns der nächste Termin schon im Nacken sitzt...

Ja, genau da fängt das wahre Yoga an. Das Yoga des Alltags, auf das man sich in aller Ruhe auf der Matte vorbereiten könnte... Und das ist wirklich schwer! Also sollten wir drüber sprechen! 

Die Grundlage sind die Yamas und Niyamas, die Patanjali in seinem Yoga Sutra beschreibt. "Ashtanga", was wörtlich übersetzt achtgliedriger Pfad heißt (ashta = acht, anga = glied), ist ein philosophisches System, das als Grundlage des Yoga gilt. Diese acht Glieder sind Richtlinien für ein bedeutungsvolles und achtsames Leben. Sie dienen als Vorschrift für moralische und ethische Lebensführung und Selbstdisziplin. Sie helfen uns dabei, auf unsere Gesundheit zu achten und unsere natürliche Spiritualität wahrzunehmen.

Es beginnt mit dem ersten Glied: Yama.

Hier geht es um ethische Standards, unseren Sinn für Rechtschaffenheit, unser Verhalten anderen gegenüber und wie wir mit uns selbst umgehen. Yama sind universelle Praktiken, die am Besten verglichen werden können mit dem was wir als „goldene Regel“ kennen: „Behandle andere so, wie Du von Ihnen behandelt werden möchtest.“ 

Die 5 Yamas sind:

  • Ahimsa: Gewaltlosigkeit
  • Satya: Aufrichtigkeit
  • Asteya: nicht Stehlen
  • Brahmacharya: Mäßigkeit (also nicht maßlos)
  • Aparigraha: keine Habsucht (oder Neid)

Also: Morgen Früh bin ich zurück auf meiner Matte und ich kann es kaum erwarten, ganz in Ruhe den Alltag zu üben! ;-)

Die Niyamas beschreiben dann weiter den Umgang mit uns selbst... Wenn ihr Lust habt, zu erfahren, was für im Umgang mit uns selbst wesentlich ist, dann findet ihr hier alles... Viel Spaß beim Stöbern.