Yoga für Mama und Baby

Gastbeitrag von Maria Eschstruth - Mama & Baby Yoga heißt ihr Buch

Ein Kind zur Welt zu bringen ist eine starke Grenzerfahrung für die meisten Frauen. Vielleicht ist das aber genau deshalb so wichtig, weil hinterher alles anders ist. Auch wenn es das Natürlichste der Welt ist, braucht Frau danach eine Weile, um ganz in ihrer neuen Rolle als Mutter anzukommen. Zum Glück ist sie dabei nicht allein. Ihr stehen vielleicht ihr Partner und ihre Familie oder auch gute Freundinnen zur Seite. Und hoffentlich auch eine Hebamme!

Während Rückbildungskurse überwiegend auf die körperlichen Rückbildungsprozesse nach der Geburt abzielen, liegt mein Augenmerk im Mama & Baby Yoga auch auf den psychologischen Prozessen, die nach der Geburt stattfinden. Durch die Verbindung meiner beiden Berufe als Hebamme und Yogalehrerin und meine eigenen Erfahrungen als dreifache Mutter habe ich ein praxisnahes Buch verfasst, dessen Anleitungen im Baby-Alltag gut umsetzbar sind. Und da Yoga ja generell nicht nur etwas für Frauen ist, können die Übungsanleitungen auch prima vom Partner mit geübt werden!

Neben den Übungsanleitungen für die Mama (und den Partner)findest du im Buch auch Anleitungen zum generellen Umgang mit deinem Kind sowie Anleitungen zur indischen Babymassage.

Das letzte Kapitel habe ich schließlich dem Thema Entspannung gewidmet. Hier erfährst du, was Entspannung eigentlich bedeutet und wie du sie aktiv in deinen Alltag integrieren und üben kannst.

Damit Du Dir einen Eindruck machen kannst kommt hier eine Leseprobe...

Zeit für dein Kind

In diesem Kapitel möchte ich dir zunächst die gemeinsame Körperwahrnehmung mit deinem Kind näher bringen. Vom ersten Tag nach der Geburt an hängt das Wohlbefinden deines Kindes unter anderem davon ab, dass es liebevollen Körperkontakt erfährt. Leider ist uns das Gefühl dafür in vielen Bereichen verloren gegangen. In Zeiten von Kinderwagen, Autositz, Laufstall und Babywippe sind Neugeborene häufiger auf sich gestellt, als ihnen gut tut. Dabei darf man Körperkontakt als lebensnotwendig bezeichnen -  so wie die Nahrungsaufnahme und das Schlafen.Mache dir also im Alltag mit deinem Kind den Körperkontakt mit ihm immer wieder ganz bewusst. Es gibt dabei kein Zuviel, du kannst dein Neugeborenes ständig bei dir haben!

Eine sehr schöne und auch praktische Möglichkeit für viel Nähe und Körperkontakt zu deinem Kind ist ein Tragetuch oder eine Tragehilfe. Mittlerweile ist die Auswahl an Ausführung, Muster und Farbe riesig. So kannst du dein Kind immer ganz nah bei dir haben, gibst ihm Wärme und Sicherheit und hast beide Hände frei. Das Tragen deines Kindes unterstützt außerdem intensiv die motorische Entwicklung deines Kindes, weil durch die Bewegungen deines Körpers das Gleichgewichtsorgan angeregt wird und sich so besser entwickeln kann. Wenn dein Kind größer wird, kann es außerdem seine natürliche Neugier stillen und dir bei allem, was du tust, zuschauen.

Übung 1: Herz an Herz

Dein Kind ist in deinem Bauch 40 Wochen herangewachsen und hat bereits dort vieles erlebt. Es kennt das Geräusch deines Herzschlages und deiner Verdauung sowie den Klang deiner Stimme. Es hat sich glücklich gefühlt, wenn du glücklich warst, und hat Stress empfunden, wenn du gestresst warst. Es ist verständlich, dass die vertrauten Geräusche für dein Kind beruhigend sind. Lege dein Kind immer wieder auf deine Brust, am besten ganz ohne oder mit nur sehr dünner Kleidung. Durch den intensiven Kontakt Haut an Haut und Herz an Herz gibst du deinem Kind Sicherheit und Wohlbefinden. Sprich mit deinem Kind ruhig und liebevoll oder singe ihm leise ein Lied vor.

Übung 2: Wange an Wange

Lege dein Kind an deine Schulter, so dass sich eure Wangen berühren. Spüre intensiv den Hautkontakt, nimm den Geruch deines Kindes wahr und genieße den engen Kontakt. Auch wenn dir diese Haltung selbstverständlich erscheint, nimmst du sie dennoch vielleicht nicht immer so bewusst wahr. Jedes Innehalten und Hineinspüren ist ein gewonnener Moment an Lebensfreude für dich und auch für dein Kind!

Übung 3: die Golddusche

Die Golddusche ist ein schöner ganzheitlicher Kontakt zu deinem Kind, den du über den Tag verteilt immer wieder einsetzen kannst. Ob auf dem Boden, am Wickeltisch oder auf deinem Schoß. Dein Kind liegt vor dir und du baust Blickkontakt auf. Dann legst du beide Hände um seinen Kopf und beginnst sanft über den Körper nach unten bis zu den Zehen zu streichen. Es ist möglich,dies mit Kleidung zu machen, noch schöner ist diese Berührung aber, wenn dein Kind nackt ist und deine Hände so den direkten Hautkontakt haben. Streiche mit sanftem Druck drei bis fünf Mal von oben nach unten.

Dein Kind spürt durch das sanfte Streichen deiner Hände seine eigenen körperlichen Grenzen und bekommt ein Gefühl für seinen eigenen Körper. Das Fühlen über die Haut als einer unserer Sinne wird dadurch angeregt und geschult.

Ich wünsche dir viel Freude mit dem Buch Mama & Baby Yoga, erschienen im Meyer & Meyer Sportverlag. Es ist im Buchhandel und über z.B. amazon erhältlich.

Alles Liebe!