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Wer sagt Yoga ist nichts für Männer? Ein Interview über Kerle, Yoga und das Leben!

Mike in Action...

Mike Erler gehört zum Männer-Yoga wie Ketchup zu Pommes – wenn wir uns an der Stelle einfach mal ganz platt ausdrücken dürfen. Und ein Interview mit ihm wirklich mal an Reihe! Denn wir wollten wissen, warum es eigentlich so wenig Männer auf die Matte zieht und dann noch jede Menge anderer Dinge, denn Mike ist ein kluger und lieber Gesprächspartner... Am Ende ging es um Wehleidigkeit (sorry, die Frage musste sein, liebe Männer), die Balance im Leben und überhaupt, das Geheimnis des Yoga und darum, dass wir jeden Tag unser Leben selbst in die Hand nehmen können!

 

1. Warum machen immer noch so wenig Männer Yoga? Zumindest im Vergleich zu der Frauenschar?

Stimmt, es üben verhältnismäßig sehr wenig Männer Yoga. Ich glaube, das liegt an mehreren Gründen, aber zwei ganz Wesentlichen: Der Markt ist eindeutig sehr auf die Frauen ausgerichtet – egal, ob es um Kleidung oder Retreats geht. So holst Du keinen Kerl ab. Und zweitens: Durch die Männer, die Yoga machen kommen in der Regel aus zwei sehr extremen Seiten. Entweder sind es die „durchtrainierten Akrobaten“ oder die „philosophischen Hungerhaken“. Ganz ehrlich: Damit identifiziert sich auch kein normaler Mann. Es fehlt eindeutig der „normale“ Mittelweg.

 

2. Wie motivierst Du Deine Jungs in den ja für Männer oft eher schwierigen dehnenden Haltungen? 

Ganz ehrlich? Da ist gar nicht viel zu motivieren. Am Ende geht es darum, dass ich mit meinen Jungs in den Stunden etwas gemeinsam erarbeite. Erstmal im Rahmen ihrer Grenzen und dann gerne auch mal darüber hinaus. Das klappt ganz gut! Toll ist dabei, dass wir uns in einem geschützten Raum bewegen, unter uns sind. Und da nehmen wir gern auch mal eine Prise Yoga-Philosophie verpackt in Lebensphilosophie mit nach Haus und in den Alltag.

 

3. Sorry, aber sind Männer wehleidiger als Mädels? Oder am Ende vielleicht sogar entspannter? ;-)

Ok, in einer Männerklasse wird vermutlich immer mehr gestöhnt und mehr kommentiert – aber im Spaß… Männer jammern sicher ganz gerne mal, aber was echt schön ist: sie nehmen sich nicht so ernst bei m Yoga. Das ist etwas anders als bei den Frauen, die gern ehrgeiziger sind. Und ich nehme das „jammern“, wenn man es denn so nennen möchte, eher als Feedback. Wir sind ja im Miteinander und nicht in einer Einbahnstraße.

4. Warum ist Yoga für Männer eine coole Sache? 

Das ist leicht: Es liegt einfach im Geheimnis des Yoga… Es gibt uns die wundervolle Möglichkeit uns selbst kennen zu lernen und zu spüren. Wir lernen, wieder auf Bauch und Intention zu hören und folgen unserem Herzen. Und da ist es wieder: Wir nehmen uns nicht mehr so ernst und erkennen, wann wir mal wieder auf ein gelerntes Gedanken- oder Verhaltensmuster hereinfallen. Und im besten Fall können wir dann darüber lachen.

Uns Männer macht das alles „kompletter“, es verbindet uns wieder mit uns selbst. Und dann werden wir auch wieder leistungsfähiger. Wir werden bei manchen Dingen ruhiger, entspannter, ernster und dann auch wieder lustiger.

Am Ende geht es wohl um die Balance der beiden Seiten, die wir in uns tragen – der weiblichen und der männlichen.

Also darum ist Yoga für mich „cool“ und es macht auch mich „cool“ – und nicht meine Tattoos und mein Cap.

5. Wie sieht Dein perfekter "Wilde Kerle" Tag aus?

Ich wache morgens auf und bin erstmal dafür dankbar. Ich bleibe einen Moment liegen, dann merkt mein Hund, dass ich wach bin und begrüßt mich. Dann stehe ich auf, öffne das Fenster und atme tief und bewusst für einige Minuten. Ich liebe es, diese morgendliche Energie in mich aufzunehmen. Dann kriegt mein Hund was zu fressen, es gibt Kaffee und ich nehme mir Zeit für mich. Dann gehe ich spazieren und genieße die Natur, fahre in die Stadt in mein Lieblingscafé, freue mich, dass ich dort schon erwartet werde.

Und dann unterrichte ich Männer-Yoga und darf das teilen, was mir so wichtig ist. Dann geht’s noch aufs SUP-Board und ein bißchen treiben lassen… Abends treffe ich dann gerne liebende Menschen… Ach ja, und in meinen Nutzgarten gehe ich auch noch! 

Ich habe eigentlich jeden Tag einen perfekten Tag – denn ich kann ihn so gestalten wie es mir gefällt und das tue ich auch. Und ich merke auch dank Yoga, wann etwas nicht so ist, wie ich es möchte und dann kann ich wählen und verändern – perfekt, oder?

6. Was bedeutet Yoga für Dich? 

Yoga bedeutet für mich in Einklang und Einheit mit sich selbst zu leben. In Dankbarkeit, Zufriedenheit und Respekt anderen gegenüber. Das heißt nicht, dass ich immer gut gelaunt bin – ehrlich gesagt ganz im Gegenteil, denn auch schlechte Laune gehört dazu. Auch hier geht es immer wieder um die Balance. Die Dinge so anzunehmen, wie sie sind und sich bewusst sein, immer die Wahl zu haben. Am Ende liegt es immer bei mir, wie ich handle. Das alles ist Yoga für mich.

7. Und: Warum und wie bist Du eigentlich zum Yoga gekommen? 

Ich war damals recht frisch mit meiner Freundin Sabine zusammen und wir waren Manager in einem Beach Club. Sie hatte dann nach einer stressigen Saison die Idee einen Surf-Urlaub zu buchen – in Portugal. Und dort war eine Hamburger Yogalehrering, Annette Hartwig, die Stunden angeboten hat. Ja, und da Sabine schon mal Yoga gemacht hat, hat sie mich überredet es auszuprobieren. Ich gebe es zu – ich hatte Vorurteile und habe gedacht „Ok, dann machste den Sch… halt mal mit…“ Und dann stand ich plötzlich mit 20 anderen Yoginis auf der Dachterrasse. Ich sage Dir, in ihren Gesichtern konnte ich das Mitleid für mich erkennen... Zumindest habe ich mir das eingebildet. ;-)

Am Ende war es dann gar nicht das Körperliche, das mich fasziniert hat – ich war immer schon sportlich und beweglich. Sondern es war das Atmen. Am Anfang hat es mich sehr irritiert – genauso wie das Ooomm chanten. Und dann plötzlich, so nach dem dritten Tag hat es mich geflasht. Ich wusste, dass ich Yoga unterrichten möchte. Und ab da konnte ich es genießen… So gings also los…

Und noch heute mache ich Yoga am Wenigsten wegen der Asanas – die gehören dazu und ich mache es gern, aber eher als „Spielerei“. Die Ruhe und Energie bekomme ich durch das Pranayama-Übungen und simples, bewusstes Atmen. Und das möchte ich auch speziell an die Männer weitergeben. Witzigerweise ist es auch oft in meinen Männerklassen so, dass sie am liebsten noch Atemübungen dranhängen, wenn Sie sich was aussuchen dürfen… Oder auch sogar Mantrasingen!

Danke, Magic Mike für das tolle Interview! 

Hier geht es zum aktuellen Workshop - Mädels, meldet Eure Männer an! 6.-8.10.2017 gibts ein Männer-Yoga-Wochenende mit Mike: http://mikeandmore.net/wilde-kerle-back-to-the-roots/

Und wenn ihr vorher noch mehr über Mike wissen möchtet - hier entlang: http://we-love-yoga.de/yoga-lehrer-studios/mike-erler