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Die zwei Seiten der Achtsamkeit

Ich bin vor Kurzem über folgende Aussage gestolpert: "Achtsamkeit zu üben, heißt zu leben". Aber warum?

Unser Leben ist so kostbar - darüber sind wir uns alle im Klaren. Aber trotzdem werden wir im Alltag von so vielen Dingen belastet und immer wieder abgelenkt - Ärger, manchmal sogar Wut, Sorgen, Wehwehchen... Wir denken mehr an das Gestern und an das Morgen und vergessen gern das "Heute". Das, was uns heute umgibt, sehen wir oftmals gar nicht. Es berührt uns nicht und wir berühren es nicht - und das ist Unachtsamkeit. Im Umkehrschluss heißt das für mich, dass wenn wir es schaffen, dass wir achtsam sind und damit im Augenblick, dann können wir wirklich "leben", oder? Aber was ist mit der anderen Seite der Achtsamkeit?

Was ich damit meine? Ganz einfach - das Erkennen von Leid. Wenn wir achtsam sind, dann sehen wir nicht nur das Schöne, nicht nur die Schmetterlinge und die Blümchen am Wegesrand und den ersten Frühlingsduft. Wir sehen auch die Zerstörung des Lebens, die überall verursacht wird - Terror, Krieg, Unmenschlichkeit, Tierquälerei, Armut... Und das macht ja nun wirklich nicht glücklich... Oder doch?

Na ja... Buddha hat das Thema eingehend beleuchtet...: Wenn wir Leiden sehen können, dann empfinden wir Mitleid und Buddha sagt, dass wir mit dem Leiden in Berührung kommen müssen. Warum? Weil wir, wenn wir Mitleid empfinden, in der Lage sind, Leben zu schützen. Das klingt erstmal plausibel, oder?

Das ist die eine Seite des Leids, aber die andere - und ich bin der festen Überzeugung, dass diese den allergrößten Teil ausmacht - können wir vermeiden. Und das ist unsere "Alltagslast" und unsere fehlende Erkenntnis mit der wir auch wieder Leiden verursachen.

Wenn wir also unser Bewusstsein auf das "echte" Leiden richten, es sehen können und uns ernsthaft damit auseinandersetzen, statt in unserem unnötigen Alltagsleiden zu versinken, dann kann uns echtes Mitgefühl als Energie helfen, dass wir das Leiden in der Welt lindern...

Aber auch hier gilt der Weg der Mitte, denn: "People often use their anger at social injustice as a basis for action, but that is unwise. When you are angry you are not lucid, and you can do many harmful things. According to Buddhism, the only source of energy that can be useful is compassion, because it is safe. When you have compassion, your energy is born from insight. It is not blind energy. With compassion, we practice in order to learn ways to protect the lives of people, animals, plants, and minerals. Just feeling compassion is not enough. If we do not know how to help, we can do damage. That is why love must go together with understanding." (Thich Nhat Hanh, For a Future To Be Possible: Commentaries on the Five Wonderful Precepts)

Was heißt das also? Ich denke, dass Achtsamkeit, Verständnis im Sinne von "verstanden haben" und liebevolles Handeln das Leben ausmachen... und uns zu zufriedeneren Menschen machen, die das Leben leben, lieben und schützen.