Lebe, Liebe, Lache!

Die we.love.yoga-Inspirations- und Glückshappen!

Verwandlung in Perlen

Unser gemeinsames Üben in Weimar bildet sich aus. Wir verschmelzen zusehends zu einer kleinen Forschungsgruppe. Nach einem knappen halben Jahr gemeinsamer Praxis lernen wir uns kennen. Nicht nur uns selbst mit den Schwierigkeiten, sondern auch die anderen. Es ist klar, dass jeder von uns, wenn er zum Üben kommt, Themen mitbringt, die ihn beschäftigen. Und beschäftigen, damit meine ich, dass das Thema Aufmerksamkeit und Energie bindet. Bisher haben wir es uns nicht gerade leicht gemacht. Wir untersuchten einfach alles und forschten. Wir bringen einfach alles mit rein, fragen, üben, holen uns gegenseitig Rat und: Danach tauchen sofort neue Forschungsfelder auf. 

Ich, Katrin, empfinde zu Beispiel zunehmend Langeweile beim Betrachten bunter Bildchen von Asanas im Netz. Sie sind sicher ein schöner und faszinierender Blickfang. Mir fehlt aber dabei das Lebendige, der Ausdruck und die Abbildung von Vinyasa Krama des Krishnamacharia. Nicht schlimm, es ist eben nur ein Fang. Der Fang einer Muschel im Netz vom Boden des Meeres. Nicht aber die Perle selbst. Das ist das Entscheidende. Jede Asana ist eine Perle. Sie ist ein echtes, realistisches Problem. Oder siehst du das am Beispiel von Marichyasana B anders? Und Probleme haben wir alle, wie wir erfahren dürfen. Sonst wären wir Gott. Ich bin nicht dauererleuchtet. Leider noch! nicht. Hildegard von Bingen zum Beispiel, bat Gott um Verwandlung ihrer Probleme und Schwächen in Perlen. Sie legte ihr Sorgen in ihre Handinnenflächen und hielt sie Gott hin. Sie bat ihn nicht nur darum, sie ihr zu nehmen, sondern um eine, für sie sichtbare Verwandlung in eine Perle. Diese Perle durfte sie nun behalten, sich anschauen und wurde dadurch beschenkt mit einer weiteren Gabe Gottes. Bei dieser Verwandlung in eine Perle hilft mir das Prinzip Krishnamacharyas: Vinyasa Krama Vinyasa Krama ist DEIN besonderer Weg in geeigneten Schritten zum Ziel. Wenn wir Ashtanga üben, beruht alles auf dem Prinzip von Vinyasa Krama. Alles baut aufeinander auf. Es ändert sich fortlaufend.Mit dem Vertrauen darauf und einem Lehrer im Background, daß unser Körper, unser Wesen die nächsten Schritte finden wird, praktizieren wir Yoga. Einfach weil wir schon Vollkommenheit sind aber nur nach Ausdruck suchen. Ich will vollkommen werden. Doch wie sehe ich mich? Mache ich gerade etwas, was mich vollkommener macht oder etwas, was ich gewohnt bin, es mich aber stört oder ausbremst? Eine Abbildung von Asanas, oder die Anordnung perfekter Asanas auf einer Karte bildet nicht in ganzen Vinyasa Krama ab. 

Bitte schau genau hin: Was machst Du gerade? Was ist Dein Ziel? Welcher geeignete Schritt ist als nächstes für dorthin nötig?Jeder neue Schritt bringt andere Wirkungen mit sich, die wiederum nach Ausgleich suchen. Es ist wichtig, dass Du deine Praxis ständig, fortlaufend überschaust. Wenn Kai zum Beispiel seine Praxis müheloser durch Varianten der Asanas und im Vinyasa abwandelt, entspricht das zwar nicht dem Bild des kraftvollen Typen, aber es macht ihn freier. Angela verwandelt ihre Praxis von einem linearen, aufwärts gerichteten Bewegungsanspruch in eine leichte abwärtsgerichtete, Praxis um frei vom Zwang und Bild der schönen, stolzen Ballerina. Jeder geeignete, andere Schritt, heraus aus einer alten Form ist ein Loslassen. Und das bringt die Leichtigkeit - sukham. Die Stabilität - sthiram, kommt durch die Erfahrung und die Erfahrung mit der Übung. 

Da haben wir es wieder: 99% Praxis bitte schön. Und unser Üben wird zu Perle und verwandelt uns in kleine funkelnde Schmuckstücke des Universums. Wir werden Schmuckstücke, das gefällt mir gut. Und dafür lege ich meine Unzulänglichkeiten einfach in meine Hände. Ich liebe es! Katrin