Verlierst Du auch manchmal den Fokus?

Gastbloggerin Konstanze schreibt über "Fokus und Gelassenheit"

Nimmst Du Dir auch manchmal vor Dinge zu tun, Sachen zu erledigen und machst es doch nicht?

Wovon lässt Du Dich ablenken? Was sind Deine (vorgeschobenen) Gründe, Dinge nicht zu tun, Deinen Fokus nicht halten zu können?

Im Yoga wird Fokus (Abhyasa) von Patanjali als „Fortwährend auf das Gleiche ausgerichtet zu sein, das ständige Bemühen um das Verwirklichender gleichen Aufgabe“ beschrieben.

Gleichmut (Vairagya) stellt er als das „Schaffen eines Abstandes“ dar und die „Fähigkeit sich nicht unmäßig zu erregen.“ (Yogasutra I.13-15)

Wahrscheinlich kennst Du es auch - man nimmt sich etwas vor und lässt sich ablenken, z.B. durch eine Email, die man dann unbedingt beantworten muss. Dann noch schnell auf Facebook etwas posten, auf Instagram etwas liken etc. etc. und schwupps ist die Zeit, in der Du vielleicht meditieren oder Yoga üben wolltest rum.

Wie oft sagen wir, dass wir keine Zeit haben? Obwohl uns ja die digitale Welt Zeit sparen sollte… Wie schnell fühlen wir uns gestresst, weil wir etwas nicht erledigt haben, unsere Erwartungen nicht erfüllt haben – wegen vorgeschobenem Zeitmangel?

Yoga kann Dir hier helfen. Durch das regelmäßige Üben auf der Matte können wir lernen, unseren Fokus zu halten und im Jetzt anzukommen. Wir können z.B. in unserer Praxis für eine gewisse Zeit den Fokus auf die Ausatmung setzten. Wie ist meine Ausatmung? Wo beginnt sie und wo endet sie? Kann ich die Bewegung an meine Ausatmung koppeln und in der Einatmung still sein? ...das nur als ein Beispiel.

Ich glaube es ist sehr wichtig, dies mit Freude zu tun, sodass es möglich ist, über sich selbst zu schmunzeln, wenn wir den Fokus wieder mal verloren haben. Mit liebevoller Fürsorge und Freude können wir dies auf der Matte üben, so dass wir es dann mit in den Alltag übernehmen können.

Durch unsere Freude und Fürsorge für uns selbst, können wir loslassen und üben nicht zu verbissen. Auf dem liebevollen Weg den Fokus zu halten, kann Gleichmut entstehen und keine Hartnäckigkeit. Es kann ein gesunder Abstand entstehen, der uns beruhigt und uns zeigt, dass manche Dinge nicht so schlimm sind, wie sie scheinen. Oft sind wir selbst unsere schärfsten Kritiker. Durch den Abstand werden wir wieder zum neutralen Beobachter, der nicht wertet und verurteilt.

 

Als neutraler Beobachter lehne ich mich innerlich zurück, öffne mein Herz und beobachte, entspanne und lasse los. Ich vertraue, dass alles gut ist so wie es jetzt ist. So schaffe ich Abstand und Gleichmut.

Probier es aus…

 

Namasté, Konstanze

 

Über die Autorin:

Konstanze Krüger ist die Gründerin von Yoga meets Physio, Yogalehrerin und Physiotherapeutin.

Foto-Credit: Sven Offermanns