Alte Muster ablegen - meine Schritte in eine neue Phase...

Zeit für einen Kopfstand...

Ich habe vor einiger Zeit einen interessanten Artikel gelesen, der mich nachdenklich gemacht hat. Ein Elternpaar hat sich entschieden, sein Kind "geschlechtsneutral" zu erziehen. Es hat keinen Namen bekommen und auch sonst wusste niemand, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. 

Ein ziemlich drastischer Weg, wie ich finde, um letztendlich Rollenbildern und Mustern zu entkommen. Ob diese Entscheidung der Eltern vielleicht letztendlich mehr als schadet als nutzt möchte ich an dieser Stelle gar nicht diskutieren - das "Fass" ist bestimmt zu groß für einen kurzen Blog-Beitrag. 

Aber dennoch: Es ist Fakt, dass wir in einer bestimmten Weise mit "Mustern" konfrontiert sind - unseren eigenen und indirekt auch denen der anderen. Und diese haben nicht nur mit den übergeordneten, großen Attributen "männlich" und "weiblich" zu tun, sondern auch ganz entscheidend mit den Erwartungen, die an uns herangetragen wurden und auch immer noch werden. Wir bewegen uns oft in Vorstellungen, wie etwas zu sein hat - Situationen, Mitmenschen und auch wir selbst. Dabei vergessen wir nur allzu oft, es sein zu lassen wie es ist. Unseren gegenüber sein zu lassen wie er ist und auch uns selbst sein zu lassen wie wir sind...

Interessant wird es, wenn wir beginnen nach unseren Mustern zu suchen und uns selbst zu hinterfragen. Wer sind wir? Wer möchte ich sein? Welchem Rollenbild möchten wir entsprechen? Vielleicht, weil es uns so "anerzogen" wurde oder weil wir es angenommen haben, weil wir bei bestimmten Verhaltensweisen besonders viel Zustimmung erfahren haben? Wie auch immer, ich glaube, dass es sich lohnt, sich auf den Weg zu machen über die eigenen Muster hinauszuwachsen und unserem wahren Selbst Stück für Stück wieder näher zu kommen.

Ich versuche, dem gerade so auf die Schliche zu kommen:

Schritt 1:

Ich habe vor einiger Zeit begonnen, meinen Mustern auf die Spur zu kommen, indem ich angefangen habe, morgens zu schreiben. Einfach alles aufzuschreiben, was mir in den Sinn kommt. So habe ich stückweise erkannt, was sich wiederholt wie in einer Endlosschleife...

Schritt 2:

Ausmisten. Ich habe alles auf den Kopf gestellt und die Dinge "ausgemistet", die ich nicht mehr benötige bzw. die ich seit vielen Monaten nicht benutzt habe. Das schafft Platz für Neues, für Kreativität. Zu diesem Prozess gehörte es auch, Verhaltensweisen auf den Prüfstand zu stellen und auch, und das ist nicht leicht, Beziehungen zu hinterfragen... Es ist wichtig, sich mit den richtigen Leuten zu umgeben. Achte drauf, wem Du Deine wertvolle Zeit schenkst. Und: Auch mit was Du Deine wertvolle Zeit verbringst. Denn dies hat viel mit Selbstliebe zu tun.

Schritt 3:

Learning: Nimm Dir Zeit... Dieser Prozess ist intensiv. Nimm Dir Zeit. Es geht nicht von heute auf morgen. Und diese Zeit hast Du auch - an der falschen Stelle zu eilen bringt Dich nicht weiter. Lass es entstehen.

Schritt 4:

Schreibe weiter - und halte Deine Fortschritte fest. Deine Gedanken zum Thema. Bleibe am Ball. Und: Erzähle es ruhig Deinen engen Freunden... Nimm sie auf Deine Reise mit.

Schritt 5: 

Eliminiere die Auslöser... Erkenne den zum Beispiel den "Quatscher" in Deinem Kopf - er will Dir sicher lange und immer wieder was einreden. Mein Quatscher erzählt mir immer viel Blödsinn den ganzen Tag. Aber Erkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt... Mittlerweile kann ich sogar über meinen Quatscher lachen.

Und, das gilt immer und zu jeder Zeit: Sei nicht zu hart mit Dir. Du gibst Dein Bestes...