Mit Yoga zur Bikinifigur?! Und das solls schon gewesen sein?

Wer oder was ist schon perfekt? Und darauf kommt auch nicht an, oder?

Überall wimmelt es momentan von Tipps und Tricks für die perfekte Bikini-Figur. Protein-Shake hier, Superfood da... Blablabla... Und so wird auch Yoga immer wieder als perfekte Möglichkeit zum Abnehmen hervorgehoben. Schon seit einiger Zeit werden auch die Yogis nicht mehr verschont von Detox-Challenges und Fit-Boost-Knackpopo-Yoga-Programmen... Oh Mann! Alles okay, aber ein "Aber" möchte ich doch setzen, denn Yoga kann erstens mehr als "Bodies" hervorzaubern" und gehört zweitens auch nicht in die Fitness-Diät-Wahnsinns-Ecke - auch wenn regelmäßige Yogapraxis natürlich den Körper formt...

...Ich bin überzeugt, dass Yoga eine tolle Methode ist, um den Körper flexibel, gesund und straff zu halten. Auch, wenn es meiner Meinung nach dabei in keiner Weise um DEN perfekten, schlanken Körper geht, sondern eben um den gesunden und natürlichen. Aber auch das Yogaprogramm kann nur dann voll zur Wirkung kommen, wenn man sich außerdem an ein paar Grundregeln hält:

  • Gesundes Essen mit viel Gemüse und Obst (v.a. die zuckerarmen Varianten wie Beeren)
  • Ausreichend ungesüßte Getränke - am Besten Wasser oder Kräutertees trinken
  • Ausreichend Proteine, am Besten aus Pflanzen futtern
  • Gut Frühstücken und Mittag essen, am Abend eher weniger und Leichtes essen
  • und so weiter - ihr kennt diese Tipps sicher und ich will Euch damit nicht langweilen...

Worum es mir aber eigentlich geht ist etwas anderes: Yoga sollte nicht dazu benutzt werden, noch mehr Druck aufzubauen perfekt sein zu müssen. So biegsam sein zu müssen wie die Instagram-Yogis. So schlank und wohl definiert wie die Yoga-Girls am Strand.

Denn: hier tappen wir in die Falle.

Warum? Werfen wir mal einen Blick auf die Yogaphilosophie von Patanjali. Es geht um die Überwindung von Leid und das Erreichen von Selbsterkenntnis. Und nicht um den Aufbau von Leid durch z.B. ständiges Vergleichen, an-uns-herumkritteln, neidisch auf den Körper der anderen zu sein, übermäßiges Training, Leistungsdenken auf der Matte usw. Gerade die Yamas und Niyamas lehren uns das genaue Gegenteil, um endlich Zufriedenheit zu erfahren. Wenn es Euch interessiert, dann könnt ihr hier die acht Stufen des Yogawegs, den Umgang mit uns selbst und unserer Umwelt, nachlesen.

Yoga bedeutet für mich auch Vielfalt und Gemeinschaft - eine Vielfalt an Yoga-Stilen, Lehrern und Schülern. Jeder kann Yoga üben, egal wie man aussieht und wie beweglich man ist. Das Tolle am Yoga ist, dass es uns einen Weg eben genau aus diesem dauernden Ego-Dilemma weisen kann. Dass es uns lehren kann, wie wir uns selbst lieben können - unseren Körper kennen zu lernen und zu lernen ihn zu spüren. Und ich bin ganz sicher: Damit kommt das Wohlfühlen von ganz alleine, denn man beginnt "gut" zu sich sein zu wollen - mit allem, was dazu gehört.

Habt einen herrlichen Sommer, ihr Lieben!