Mit Erdung zu mehr Stärke und Gelassenheit finden

Geerdet zu sein ist eine wundervolle Eigenschaft!

Mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen, das ist Erdung. Nichts kann Dich einfach so umwerfen. Erdung bedeutet, dass Du trotz aller Aufregung im Gleichgewicht bleibst. Dass Du in Deiner Mitte verweilen kannst. Gelassen und ruhig.

Erdung bedeutet für mich auch pragmatisch zu sein. Also nicht abzuheben, sondern ganz bewusst und realistisch zu sein. Und seine Tatkraft nicht zu verlieren. Manchmal - gerade auch im spirituellen Kontext - verlieren wir uns in Ideen und Philosophien und meinen über den Dingen zu schweben... Das bringt uns leider nicht weiter.

Erdung ist im Grunde die Fähigkeit zu wachsen, aber dennoch verwurzelt zu bleiben - ähnlich einem Baum, der immer höher wächst und seine tiefen Wurzeln ihm die nötige Stabilität geben.

Ganz spannend ist es, das Thema "Erdung" aus ayurvedischer Sicht zu betrachten. Die drei Typen Vata, Pitta und Kapha stehen auch für unterschiedliche Erdverbundenheit. Während sich der Kapha-Typ kaum um seine Erdung bemühen muss, denn er ist von Natur aus eher gemütlich, verliert sich der luftige Vata-Typ in seinen Ideen und Gedanken. Pitta-Menschen sind begeisterungsfähig und wollen umsetzen. Sie sind daher meist aus ganz praktischen Gründen geerdet, denn ohne Erdung keine Umsetzung. Sie benötigen eher die Kehrseite - etwas mehr Ruhe, die gemütliche Form der Erdung.

Wenn uns Erdung fehlt, dann können wir das an unterschiedlichen Kleinigkeiten erkennen. Ich werde dann schusselig, Balance-Übungen im Yoga-Training fallen mir schwer. In meinem Kopf summt und schwirrt es... Manchmal fühle ich mich auch unsicher und weiß nicht so richtig, was ich tun soll. Bin unentschlossen. Anstatt, dass ich die Dinge anpacke, verharre ich in Träumereien und wilden Ideen.

In solchen Phase ist eine Portion Erdung genau das Richtige - aber wie können wir das konkret anstellen?

Für mich funktioniert die Erdung auf zwei Ebenen - bezogen auf unsere Tatkraft und Ziele und in spiritueller Hinsicht. Im Bezug auf unsere Ziele, sollten wir uns bewusst machen, was

  • realistisch ist
  • wir selbst tun können und was die Anderen tun können
  • Priorität hat.

Sich einen Plan zu machen ist ein wichtiger Punkt, wenn wir aktiv werden wollen - nur wer weiß, was er wann tun möchte, kann auch in die richtige Richtung laufen.

Und dann hilft es, jeden Tag etwas zu tun, dass uns die Kraft der Erdung spüren lässt:

  • Yogaübungen, die uns kraftvoll auf dem Boden stehen lassen (z.B. die Kriegerpositionen oder der Baum, den wir Dir unten beschreiben) oder solche, die unsere Mitte stärken (z.B. das Boot).
  • Haus- und Gartenarbeiten oder Kochen. Ganz bewusst eine Mahlzeit zuzubereiten wirkt enorm erdend.
  • Zwischendurch Innehalten und die Kraft der Erde spüren - ganz bewusst mal die Energie, mit der wir sonst in unseren Gedanken verharren, in die Füße lenken. Beim Ausatmen Altes loslassen, einatmen ganz bewusst die Kraft der Erde in uns aufnehmen.
  • Raus in die Natur gehen und das Büro Büro sein lassen - toll, wenn wir barfuß laufen können!
  • Die Füße pflegen - z.B. mit einem schönen Fußbad. So lenken wir auch wieder die Aufmerksamkeit auf unsere Füße...
  • Süße Nahrungsmittel wirken auch erdend - ja, genau! Daher kommt es auch, dass wir gern zu Süßkram greifen, wenn wir nicht im Gleichgewicht sind. Besser als Schoko-Orgien und Raffinade-Zuckerbomben sind jetzt eingeweichte Trockenfrüchte, süßliche Gemüse wie Kartoffeln oder Kürbis oder ein leckerer Milchreis mit viel Zimt...

Und ganz wichtig: Authentisch bleiben. Sich nicht verbiegen lassen oder in Situationen verharren, die uns nicht gut tun! Wenn wir nicht wir selbst sein dürfen, dann verlieren wir ganz automatisch die Bodenhaftung.

Der Baum - für "schnelle" Erdung. Die Leggings und das Top sind von Traufgold.

Und, wenn Du jetzt sofort Lust auf eine Extra-Portion Bodenhaftung hast, dann übe 2-3 Minuten Vrksasana, den Baum:

  1. Stelle dich hin, Füße hüftbreit geöffnet
  2. Schließe die Augen
  3. Spüre die Füße auf dem Boden, kraftvoll verwurzelt
  4. Stelle dir vor, durch deine Füße schlägst du Wurzeln
  5. Verlagere das Gewicht auf den rechten Fuß
  6. Wenn Du magst oder Du sonst das Gleichgewicht verlierst, öffne die Augen und versuche einen Fix-Punkt zu finden (das hilft, das Gleichgewicht zu halten)
  7. Bringe die linke Fußsohle an die Innenseite des rechten Beines.
  8. Atme ruhig und tief
  9. Bleibe circa eine Minute oder etwas länger in dieser Haltung
  10. Stelle den Fuß langsam wieder ab und wiederhole die Übung auf der anderen Seite