Vom "Mein-Auto-mein-Haus-mein-Urlaub-blablubbtrallalla-Phänomen"

Nicht alle Treffen sind so entspannt... ;-)

Ich muss Euch von einem Erlebnis erzählen... Wahnsinn!

Neulich treffe ich eine Person, der es gar nicht schnell genug gehen konnte mich über seinen Besitz aufzuklären - so ganz klassisch nach der "Mein-Auto-mein Haus-mein-letzter-Urlaub-mein-blablubbtrallalla-Methode"...

Mal abgesehen davon, dass es so was von langweilig war, war es auch sehr aufschlussreich und hat mich zum Nachdenken gebracht, wieso mir das immer häufiger begegnet und was wohl dahinter steckt. Denn ich bin sicher nicht gegen "schöne" Dinge und auch selbst nicht frei davon, "schöne" Dinge gern zu mögen und sie vor allem auch genießen zu können. Aber sich so voll und ganz darüber zu definieren finde ich befremdlich.

Vor allem das zur Schaustellen von Hab und Gut als Marker für Kompetenz finde ich befremdlich. Also die Fähigkeit Geld zu verdienen oder es aussehen zu lassen als würde man jede Menge Geld verdienen, wird nur zu gern als alleiniger Maßstab für Können herangezogen. So nach dem Motto: Der hat dies oder jedes, also muss er/sie gut sein, in dem was er/sie tut. Kann das sein? 

Ich finde: Nein.

Die massive äußerliche Darstellung von finanziellem Wohlstand ist doch eher ein Zeichen von Inkompetenz, oder? Denn wenn ich es darauf anlege allein über die Selbstdarstellung Menschen anzuziehen und zu überzeugen kann das nicht der richtige Weg sein - und wir sollten uns nicht länger blenden lassen.

Auch, wenn ich gar nicht über die Mittel verfüge, wird es mir heute leicht gemacht über Finanzierungsmodelle alle möglichen Dinge (vermeintlich) leisten zu können. Aber diese Arten von Konsum sind noch lange kein Beweis für Relevanz, Glück oder Wohlbefinden.

Eher im Gegenteil, oder?

Denn es ist doch im Grunde und mal von Außen betrachtet albern, sich völlig unnatürlich darzustellen - das ist meine neue Logo-Bag, mein Haus mit drei Schlafzimmern und mehr Toiletten als Menschen, unsere zwei niegelnagelneuen Autos undsoweiterundsoweiter...

Und eventuell wird so doch nur die Unsicherheit zur Schau gestellt, nicht akzeptiert zu werden... Oder was sagt ihr dazu? 

Auf der anderen Seite finde ich es aber auch nicht verwerflich, wenn jemand in seinem Leben Tolles geleistet hat. Und ja, dass sollte auch genossen werden! Klar, ohne wenn und aber! Und Neid und Missgunst haben an der Stelle auch wirklich nichts verloren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese Menschen aber meistens verstanden haben worauf es wirklich ankommt und dass sie es gar nicht mehr groß nötig haben zu "prahlen"...

Ich plädiere daher für Echtheit, Ehrlichkeit und Natürlichkeit... Damit möchte ich mich umgeben!