"Selbstverwirklichung bedeutet nicht, im Nirvana zu sitzen und den Himmel zu berühren!"

Anastasia in Berlin

Bald ist es soweit - das erste Pop-up Event im Rahmen der Berlin Yoga Conference geht an den Start! Grund genug, dass wir uns gefragt haben, wer steht eigentlich hinter dem Projekt? Und wir haben Sie gefunden: Anastasia Shevchenko! 

Sie ist wohl das, was man durchaus als echte "Powerfrau" bezeichnen kann. Aber Sie ist auch Mama von zwei Kindern, Yogini mit Tiefgang und Leidenschaft und eine Person mit Visionen und klaren Vorstellungen. Wir finden: Von ihr können wir lernen und uns inspirieren lassen - daher haben wir Sie zum Interview getroffen...

Anastasia, was bedeutet Yoga für Dich oder: warum übst Du
Yoga?

Für mich ist Yoga ein Werkzeug, eine Methode zur Selbstverwirklichung. Es
klingt esoterisch, aber eigentlich
ist es sehr praktisch. Selbstverwirklichung bedeutet nicht, im Nirvana
zu sitzen und den Himmel zu berühren, sondern es geht darum, mit unserer himmlischen
Essenz in Kontakt zu kommen, um unser gewöhnliches, irdisches Leben zu leben.

 

Wie schaffst Du es, Deine Erfahrungen „von der Matte“ in
Deinen Alltag zu transportieren?

Ich denke nicht einmal mehr an das "Wie", es
passiert einfach! Yoga ist mein Leben, es ist in jedem Atemzug, den ich nehme.
Es beginnt mit einer täglichen körperlichen Übung, die eine Art von Reinigungsverfahren für den Körper und den Geist ist. Das ist es, was ich für
mich selbst tun muss - also im Grunde genauso wie ich duschen muss. Es dient dazu, mir mehr
Selbstwahrnehmung zu geben, durch die ich bessere, wahrere Entscheidungen in
meinem Leben treffen kann basierend auf den Anforderungen jedes Augenblicks.
Klar, ich bin nicht ständig zu 100% wach, aber nach und nach gibt es mehr und
mehr Klarheit.

 

Was macht für Dich einen „guten“ Yogalehrer aus?

Eine gute
Yogalehrerin oder ein guter Yogalehrer haben eine ähnliche Aufgabe wie eine gute Mutter (ich habe jetzt zwei Kinder). Ein Lehrer ist eine Person, die klare
Anweisungen gibt, die aus direkter persönlicher Erfahrung, ethischen Werten und
Selbst-Ehrlichkeit stammen. Ziel ist es, einen Studenten (ein Kind) zu ermächtigen und es zu ermöglichen, ein unabhängiger und und
selbstständiger Mensch
zu werden. Mit einem eigenen, einzigartigen Weg und einer Stimme.

 

Siehst Du die Yoga-Szene auch in manchen Teilen kritisch?

Klar sehe ich viele Probleme mit der Yoga-Community, aber auch vor allem mit der
Menschheit im Allgemeinen. Anstatt mich jedoch auf die Probleme zu
konzentrieren und Zeit mit Kritik zu verschwenden, entschied ich mich dafür,
mich mit den möglichen
Lösungen zu beschäftigen, mit was praktisch getan werden kann, um das Gute zu maximieren
und das Böse zu minimieren.

 

Wir freuen uns schon sehr auf Deine Yoga-Events in Berlin –
erzähle uns davon!

Sie sind sehr speziell! Es wird viel Wert auf gute
Qualität und die Schaffung authentischer Verbindungen zwischen Menschen gelegt,
wodurch man die
Essenz des Yoga und das, was es bedeutet, ein Mensch zu sein erfahren kann. Die Berlin Yoga Conference ist noch ziemlich weit weg,
aber die Pop Up Events
sind schon da, die erste findet am Samstag, 12. Mai, im Dock 11
Berlin statt.

Dieses erste Pop-Up ist sehr vielseitig! Es gibt eine Yogaklasse mit Harfe, in der die dynamische Yogafusion (von mir unterrichtet) mit den heilenden Klängen der Harfe von der britischen Harpistin Tracy Jane Sullivan kombiniert wird.

Es gibt einen Katonah-Yoga-Workshop und eine Diskussion
mit der
europäischen Expertin
Andrea Sauter aus
Stuttgart. Katonah ist eine Methode, die Tao-Philosophie, sakrale Geometrien und Prinzipien
der chinesischen Medizin kombiniert. Spannend, oder? 

Wir haben außerdem eine Atembewußtseins-Meditation und spannende Diskussionen zu Themen wie die Benefits von Yoga und Meditation mit
dem atemberaubenden
Ralf Sturm und Katharina Middendorf. 

Und es gibt viele Aktivitäten, Spiele und
Diskussionen, um die Gemeinschaft zusammen zu bringen. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt - mit einem gesunden vegetarischen Buffet und Getränken!

 

Wie bist Du auf die Conference-Idee gekommen?

Ich wurde von meiner zweiten Schwangerschaft inspiriert und
näherte mich auch einem Punkt in meinem Leben, wo ich genug von dem ganzen
Scheiß hatte, der in der
Welt passiert. Bitte entschuldige meine direkte Ausdrucksweise, aber so war es eben! Also beschloss ich, die Ärmel hochzukrempeln und etwas
Gutes für meine Familie, meine Gemeinschaft, und die Welt im Allgemeinen zu tun. WOW, es ist eine große Herausforderung,
solch ein riesiges und ehrgeiziges Projekt ins Leben zu rufen, aber ich bin
sehr leidenschaftlich und sehr motiviert, auch wenn ich dafür kein Geld bekomme!

 

Du bist außerdem gerade nochmal Mama geworden – herzlichen
Glückwunsch! Wie schaffst Du es, das alles unter einen Hut zu kriegen?

Ich werde das oft gefragt! Ich tue nur, was ich kann, ich gebe mein Bestes, jeden Schritt
auf dem Weg. Ich benutze jeden freien Moment ohne Kinder (z. B. wann einer ist in der Kita und die andere schläft), um zu arbeiten und wenn sie da sind, versuche ich mich wenigstens einem von
ihnen zu widmen (das 2 Monate alte Baby bekommt die Priorität, Der 3-Jährige
ist dann beim Papa). Nach dem Einschlafen der Kinder mache ich meine tägliche
Yogapraxis und muss manchmal noch vor oder nachher arbeiten.

 

Was ist für Dich ein „perfekter“ Tag?

 Für mich ist ein perfekter Tag ein normaler Tag meines
Lebens, ich liebe die Routine und versuche so zu leben, dass ich jeden
einzelnen Tag genießen kann und nicht so, dass ich bei einem besonderen Anlass oder während eines
Urlaubs meiner Realität zu entkommen muss.

Danke, Anastasia für Deine Zeit und das tolle Interview!

 

Credits: Alessandro Sigismondi, Anastasia Shevchenko